Wie die rechte Szene das Christentum als Brücke nutztOffene Flanken

In den letzten Jahren beobachten wir vermehrt gezielte Versuche der extremen Rechten, Anschluss an konservative Christ/-innen und christliche Würdenträger zu finden, um so einen Brückenschlag in die Mitte der Gesellschaft und eine Normalisierung und Legitimierung extrem rechter Standpunkte zu erreichen. Sie bedienen dabei bewusst Themen, die „offene Flanken“ der christlich-konservativen Szene sind (z. B. Lebensschutz, Gendertheorien). Dies führt zu Spannungen und Spaltungen in Gemeinden. Im Folgenden soll daher der eigene Blick auf diese Politisierung und das Selbstverständnis als (konservativer) Christ gegenüber rechten und politisch konservativen Standpunkten geschärft werden. Ziel ist es, sensibler für das Themenfeld in Seelsorge und Gemeindearbeit zu werden und rechte Strategien kenntlich zu machen, damit man sich nicht so leicht für Kulturkämpfe und politische Instrumentalisierungen vereinnahmen lässt.

Fazit

Die Aufgabe, vor der wir stehen, ist keine leichte; es gilt, heute mehr denn je, als Kirche Orte zu öffnen, in denen wir streiten können, ohne uns völlig zu zerstreiten. In denen wir uns in unserer Verschiedenheit kennen und schätzen lernen können und in denen wir Hass und Ausgrenzung klar und deutlich begegnen. Auch in einer modernen katholischen Kirche hat der Konservatismus seinen Platz. Und der politische Konservatismus wird immer große Schnittmengen haben mit christlichen und katholischen Überzeugungen; jedoch, um es mit den Worten von Andreas Püttmann zu sagen: „Christ ist man immer auch für Andere, nie nur für sich selbst und die ‚Eigenen‘.“ Auch einem sehr konservativen Christen sind Nächsten- und Feindesliebe ein hohes Gut.
Die höchsten Werte des Konservatismus sind „Arbeit, Familie und Vaterland“, die höchsten Werte des Christentums aber „Glaube, Liebe und Hoffnung“. Lassen Sie uns also auf diese Werte gerichtet zusammen auf dem Weg bleiben. Und vor allen Dingen trotz aller Unterschiede miteinander aufrichtig im Gespräch bleiben und nicht in die bewusst gestellten Fallen tappen.

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