Anzeige: Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird. Von Annette Jantzen
Titelseite: Anzeiger für die Seelsorge 4/2026

Heft 4/2026Chrisam

Inhalt
1. Auflage 2026
Bestellnummer: Z010125
Erscheinungstermin PDF: 2026
Bestellnummer PDF: D104984

Die Schwerpunktbeiträge beleuchten in diesem Heft die Chrisamsalbung als zentrales Element christlicher Initiation und sakramentaler Praxis. Chrisam, als Öl des Heils, verbindet Taufe, Firmung und Weihe zu Priestern und Bischöfen in einer durchgehenden Linie: Er markiert nicht nur den Eintritt in das Volk Gottes, sondern weist jedem Getauften zugleich ein dreifaches Amt zu – Priester, König, Prophet – und damit eine aktive Teilnahme am Heilswerk Christi. Die liturgische Handlung ist dabei mehr als Symbol: Sie macht die unsichtbare Gnade Gottes sinnlich erfahrbar, über Berührung, Duft und sichtbare Spuren des Öls. In der Chrisammesse wird diese sakramentale Logik besonders deutlich: Die Weihe der Öle zeigt die universelle Berufung aller Getauften, vermittelt die Präsenz des Heiligen Geistes und eröffnet eine performative Erfahrung der Sendung.

Die Chrisamsalbung vereint christologische, pneumatologische und schöpfungstheologische Bezüge und verweist auf die Verantwortung der Getauften als Repräsentanten Christi in der Welt. Besonders die Einbindung der Firmung und die Zäsur zwischen Kindertaufe und Firmung verdeutlichen, wie Chrisam als Zeichen von Würde, Sendung und gemeinsamer Berufung fungiert. Liturgisch wie pastoral eröffnen sich hier Chancen: Die Chrisammesse kann stärker als Feier der Berufung aller Gläubigen verstanden werden, in der die Sinne, das sakramentale Handeln und die Einbindung der Gemeinde die geistliche Erfahrung vertiefen. Chrisam bleibt damit nicht nur ein parfümiertes Öl, sondern ein Medium göttlicher Gegenwart, das das Leben der Christen begleitet, stützt und zu einer Christusbeteiligung einlädt. Der Beitrag „Die Türen stehen offen“ von Bischof Franz-Josef Overbeck lädt dazu ein, sich auf ein Leben aus österlicher Kraft einzulassen.

Über diese Ausgabe

Schwerpunkt

  • Gratis S. 5-8

    Ein Öl des Heiles zum Anteil am ewigen LebenChrisam

    Chrisam ist eines von drei Ölen, die vom Bischof in der sogenannten Chrisammesse am Vormittag des Gründonnerstags (oder ggf. an einem anderen Tag in der Heiligen Woche) geweiht werden. Dieses Chrisamöl – so heißt es im Weihegebet – solle allen, die damit gesalbt werden, Anteil geben am ewigen Leben und an der Herrlichkeit des Himmels.

  • Plus S. 10-14

    Zur liturgietheologischen Einordnung der ChrisammesseDuft eines gottgefälligen Lebens

    Die Chrisammesse kann liturgietheologisch als Feier der Berufung zum christlichen Leben verstanden werden. Denn die Öle, die in dieser Messe geweiht werden, begleiten das sakramentale Leben der Christen vom Anfang bis zum Ende. Während der Chrisam besonders in der Initiation bei Taufe und Firmung eine Rolle spielt und auf das dreifache Amt des Königs, Priesters und Propheten verweist, ist das Krankenöl ein olfaktorischer Begleiter in Krankheit und Sterben. Die seit dem Konzil übliche Bereitschaftserklärung der Priester wirkt demgegenüber eher wie ein Fremdkörper

  • Plus S. 15-19

    Eine Annäherung an die Sprache des ÖlsDie sakramentale Dynamik der Berührung

    Die Salbung mit Öl gehört zu den ältesten und tiefsten Zeichen christlicher Liturgie. Besonders das Chrisam steht für Erwählung, Würde und Sendung. Der Beitrag erschließt die sakramentale Dynamik der Berührung und zeigt, wie im Zeichen des Öls Gottes Geist leibhaft erfahrbar wird.

  • Plus S. 20-23

    Die Chrisamsalbung in der InitiationsliturgieChristusförmig werden

    Die Salbung mit Chrisam im direkten Anschluss an die Wassertaufe hat für das Verständnis der Taufwürde jedes Gliedes am Leib Christi eine zentrale Bedeutung. Der Beitrag deutet das Ritual aus liturgiewissenschaftlicher Perspektive und vertieft exemplarisch seine theologischen Tiefenschichten.

Impulse

Im Blick

  • Plus S. 30-32

    Leben aus österlicher KraftDie Türen stehen offen

    Wenn wir nach dem tragenden Fundament des Christentums fragen, so ist auf das Ostergeschehen als Zentrum der christlichen Glaubensüberzeugung zu verweisen: Leben statt Tod! So lässt sich das Ostergeheimnis kurz und knapp zusammenfassen.

  • Plus S. 33-36

    Warum wir Kirchen und Sakralbauten nicht abschreiben dürfenEntdeckt die Kirchen neu

    Dort, wo Gottesdienste ausfallen müssen und die Anzahl der Gemeindemitglieder schwindet, stellt sich vielerorts die Frage: „Braucht es diese Kirche oder jene Kapelle überhaupt noch?“ Die Sparzwänge, aus denen heraus Bistümer handeln müssen, machen aus dieser Frage ein ernstes Thema. Kirchenschließungen sind keine exotischen Vorgänge mehr, sondern auf der Tagesordnung pastoraler Prozesse. Die Gefahr ist dabei, dass wir Kirchen gar nicht mehr als heilige Räume wahrnehmen – sondern auf finanzielle Verhandlungsmasse und Baulasten reduzieren.

  • Plus S. 37-40

    Die neue Rolle der MitarbeitendenseelsorgeMehr als ein offenes Ohr

    „In der Seelsorge schlägt das Herz der Kirche“, lautet die jüngste Verlautbarung der deutschen Bischöfe zum Thema Seelsorge. Dort kommt der Seelsorge eine zentrale Bedeutung zu, um Menschen in ihrem Glauben und ihren Hoffnungen zu unterstützen, ihr Leben zu deuten, zu gestalten und in Würde zu leben. Dieser Artikel richtet den Blick auf die Seelsorge für Mitarbeitende im Gesundheits- und Sozialwesen. Dort stellen sich grundlegende Fragen: Welche Dienstleistung kann die Seelsorge für Mitarbeiter/-innen erbringen? In welchem Handlungsfeld sieht sie ihre Aufgabe? Wie und mit wem arbeitet sie zusammen?

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