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Titelseite: Anzeiger für die Seelsorge 3/2026

Heft 3/2026Vergebung

Inhalt
1. Auflage 2026
Bestellnummer: Z010124
Erscheinungstermin PDF: 2026
Bestellnummer PDF: D104983

Vergebung gehört zu den anspruchsvollsten menschlichen Fähigkeiten. Sie wird oft missverstanden als Nachgeben oder Vergessen, dabei ist sie vor allem ein Akt innerer Freiheit. Wer vergibt, entschuldigt nicht zwangsläufig das Geschehene – sondern entscheidet sich, die eigene Zukunft nicht länger von den zugefügten Verletzungen bestimmen zu lassen. In einer Zeit, in der Schuldzuweisungen, Empörung und schnelle Urteile den öffentlichen Diskurs prägen, wirkt Vergebung fast wie ein Gegenentwurf. Sie verlangt Innehalten, Perspektivwechsel und den Mut, die eigene Verwundbarkeit anzuerkennen.

Vergebung ist kein einmaliger Moment, sondern ein Prozess, der Zeit braucht und Grenzen kennt. Manchmal bedeutet sie auch, Distanz zu wahren. Doch wo sie gelingt, eröffnet sie Räume: für Dialog, für Versöhnung – und nicht zuletzt für Frieden mit sich selbst. Vielleicht ist Vergebung weniger ein Geschenk an andere als eine Entscheidung für die eigene Menschlichkeit.

Die Schwerpunktbeiträge gehen in diesem Heft auf das Thema Vergebung ein und laden dazu ein, sich mit der im Christentum auch ritualisierten Kunst der Vergebung auseinanderzusetzen. Und dabei die (selbst)heilsame Dimension des Loslassens und Hinter-sich-Lassens zu erleben.

Über diese Ausgabe

Schwerpunkt

Impulse

Im Blick

  • Plus S. 26-29

    Wie die rechte Szene das Christentum als Brücke nutztOffene Flanken

    In den letzten Jahren beobachten wir vermehrt gezielte Versuche der extremen Rechten, Anschluss an konservative Christ/-innen und christliche Würdenträger zu finden, um so einen Brückenschlag in die Mitte der Gesellschaft und eine Normalisierung und Legitimierung extrem rechter Standpunkte zu erreichen. Sie bedienen dabei bewusst Themen, die „offene Flanken“ der christlich-konservativen Szene sind (z. B. Lebensschutz, Gendertheorien). Dies führt zu Spannungen und Spaltungen in Gemeinden. Im Folgenden soll daher der eigene Blick auf diese Politisierung und das Selbstverständnis als (konservativer) Christ gegenüber rechten und politisch konservativen Standpunkten geschärft werden. Ziel ist es, sensibler für das Themenfeld in Seelsorge und Gemeindearbeit zu werden und rechte Strategien kenntlich zu machen, damit man sich nicht so leicht für Kulturkämpfe und politische Instrumentalisierungen vereinnahmen lässt.

  • Plus S. 30-33

    Wie der Franchise-Gedanke kirchliche Innovationsförderung verändertMultiplikation statt Stagnation

    Kirchliche Innovationsförderung ist heute in der Regel auf Einzelinitiativen zugeschnitten. Kreative Menschen entwickeln mit viel Energie und Leidenschaft ein Projekt oder eine Initiative, die dann an einem Ort erprobt und im Rahmen einer „Anschubfinanzierung“ unterstützt wird. Wenn es jedoch um eine Folgefinanzierung oder gar die Vervielfältigung an anderen Orten geht, endet in der Regel die Unterstützung. Fördermittel und Innovationspreise konzentrieren sich auf den „Prototyp“, nicht auf die Frage, wie gute Ideen in die Breite getragen werden können. Dabei kennt die Bibel selbst längst das Prinzip der Multiplikation: Gutes soll nicht exklusiv bleiben, sondern sich entfalten und Frucht bringen. So liegt es nahe, sich auch im Bereich von Kirche mit systemischem Wachstum zu befassen, auf dass sich Gutes vermehre.

Inspirierte Seelsorge

Autorinnen und Autoren