Anzeige: Der Herr hält unsere Hand. Unveröffentlichte Predigten. Band 1: Fasten- und Osterzeit. Von Benedikt XVI.
Titelseite: Gemeinsam Glauben 3/2026

Nr. 3/2026

Inhalt

Im 17. Jahrhundert hatte ein 18-jähriger Franzose namens Nicolas Herman mitten im Winter eine plötzliche Gotteserkenntnis. Beim Betrachten eines Baums mit dürren Ästen kam ihm der Gedanke, dass da ja bald Blätter an den Zweigen auftauchen würden. „Da gewann er eine hohe Achtung vor der Vorsehung und Macht GOTTES, die ihn völlig von der Welt löste“, notiert sein späterer Biograf. Herman trat in Paris in den Karmel ein, arbeitete unter dem Namen „Bruder Lorenz von der Auferstehung“ in einer Großküche und wurde zu einem Meister der Gottesnähe im Alltag. Das postum erschienene Buch „Die Praxis der Gegenwart Gottes“ hat den jetzigen Papst Leo XIV. geistlich stark geprägt, wie er Ende letzten Jahres Journalisten verriet.

Es gibt zu denken, dass Bruder Lorenz beim Betrachten der Natur zu seiner blitzartigen Gotteserkenntnis gelangt ist. Die dürren Zweige, die Blätter… Es ist ja jetzt in Mode, sich um einen stärkeren Einklang mit der Natur zu bemühen. Aber das immer wieder Überraschende ist, dass sie für uns ein Ort der Gottesbegegnung sein kann. „Die Natur als ein prächtiges Buch, in dem Gott zu uns spricht …“ (Papst Franziskus, Enzyklika Laudato si’, Nr. 12).

Ich wünsche Ihnen und mir selbst, dass wir in diesem Frühling öfter in diesem herrlichen Buch blättern.