Weihwasser ist Wasser, das durch ein kirchliches Segensgebet geweiht wird und im Gottesdienst sowie in der persönlichen Frömmigkeit eine wichtige Rolle spielt. Dabei kann dem Wasser Salz beigemischt werden, das ebenfalls gesegnet wird. Die entsprechenden Gebete finden sich im Benediktionale, dem offiziellen Buch der Kirche für Segnungen.
Weihwasser wird vor allem zur Besprengung von Personen, Räumen und Gegenständen verwendet, etwa in der Liturgie der Gemeinde, bei Haus- und Segensfeiern oder bei besonderen Anlässen. Die Besprengung von Menschen hat einen deutlichen Bezug zur Taufe: Sie erinnert an das Taufwasser, durch das Christinnen und Christen in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wurden. In diesem Sinn verweist Weihwasser auf die grundlegende christliche Erfahrung von Reinigung, Neuanfang und Zugehörigkeit zu Jesus Christus.
Auch im Sonntagsgottesdienst kann die Besprengung der Gemeinde mit Weihwasser zu Beginn der Feier als „Taufgedächtnis“ gestaltet werden und an die eigene Taufberufung erinnern. Im Alltag der Gläubigen ist vor allem der Brauch verbreitet, sich beim Betreten oder Verlassen einer Kirche mit Weihwasser zu bekreuzigen. Diese Geste verbindet das Erinnern an die Taufe mit dem Kreuzzeichen und bringt zum Ausdruck, dass das eigene Leben unter den Segen Gottes gestellt wird.
Aus theologischer Sicht gehört Weihwasser zu den sogenannten Sakramentalien. Das sind heilige Zeichen, die nicht selbst Sakramente sind, aber auf sie hinweisen und das geistliche Leben im Alltag unterstützen. Weihwasser verdeutlicht auf anschauliche Weise, wie materielle Elemente – hier das Wasser – in der Liturgie zu Trägern religiöser Bedeutung werden.
Manuel Uder, Trier