Passion Christi

Die Passion Christi bezeichnet die biblischen Berichte vom Leiden und Sterben Jesu. Der Begriff geht auf das lateinische Wort passio  („Leiden“) zurück. In den Evangelien schildern die letzten Kapitel den Weg Jesu von seinem Einzug in Jerusalem über das letzte Mahl mit den Jüngern, seine Gefangennahme, Verurteilung und Kreuzigung bis hin zu seinem Tod am Kreuz. Diese Texte gehören zu den zentralen Verkündigungsabschnitten des christlichen Glaubens und stehen im Mittelpunkt der Liturgie der Karwoche (Mt 26–27; Mk 14–15; Lk 22–23; Joh 18–19).

In der Liturgie der katholischen Kirche wird die Passion an zwei Tagen besonders feierlich vorgetragen. Am Palmsonntag wird sie im Evangelium nach dem jeweiligen Evangelisten des Lesejahres gelesen: im Lesejahr A nach Matthäus (Mt 26–27), im Lesejahr B nach Markus (Mk 14–15) und im Lesejahr C nach Lukas (Lk 22–23). In der Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag wird die Passion stets nach Johannes verkündet (Joh 18–19). Seit früher Zeit erfolgt der Vortrag häufig mit verteilten Rollen: Die Worte Jesu übernimmt in der Regel der Priester, während ein/e Erzähler/in den Text vorträgt und weitere Sprecher/innen die übrigen Personen wiedergeben.

Neben dieser Form ist auch ein abschnittsweises Lesen der Passion möglich. Wegen der Länge der Perikope sitzt die Gemeinde während des Vortrags. Beim Abschnitt über das Sterben Jesu erhebt sie sich jedoch, und anschließend kniet sie zu einer kurzen Gebetsstille nieder. Diese Gesten unterstreichen die besondere Bedeutung des Passionstextes innerhalb der Feier der Karwoche.

Manuel Uder, Trier

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