Improperien

Bei den Improperien (von lat. improperium = Vorwurf, Klage) handelt es sich um (fakultative) Gesänge in der Feier vom Leiden und Sterben Christi am Karfreitag. In ihnen kommt Christus selbst klagend zu Wort und richtet Fragen an sein Volk: Er erinnert an die Wohltaten Gottes in der Geschichte Israels – etwa die Befreiung aus der Knechtschaft Ägyptens, den Durchzug durch das Rote Meer oder die Führung durch die Wüste – und stellt dem Volk den Undank und die Ablehnung gegenüber, die in seinem Leiden sichtbar werden. Die Texte stellen die biblischen Motive in eine meditative, liturgische Form.

Die Improperien werden während der Kreuzverehrung gesungen. Charakteristisch ist der Wechsel zwischen den Vorwürfen Christi und der Antwort der Gemeinde, die in der dreimal wiederholten Anrufung „Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, erbarme dich unser“ besteht (dem Trishagion).

Inhaltlich führen die Improperien die Gläubigen in eine betrachtende Auseinandersetzung mit dem Leiden Christi. Sie verbinden das Gedächtnis der Heilsgeschichte mit der Frage nach der menschlichen Antwort auf Gottes Handeln und laden so zu Umkehr, Dankbarkeit und Verehrung des Kreuzes ein. Ihre Wurzeln reichen bis in die frühe Liturgie des Ostens und Westens zurück, wurden aber besonders in der mittelalterlichen Karfreitagsliturgie ausgeprägt.

Manuel Uder, Trier

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