Hochamt

Das Hochamt (von lat. summum officium) ist eine traditionelle, heute nicht genau festgelegte Bezeichnung für eine besonders feierliche Messfeier. Gemeint war ursprünglich vor allem die gesungene Messe (Missa in cantu) bei der wesentliche Teile der Liturgie musikalisch ausgestaltet wurden. Im Unterschied zur schlichteren Werktagsmesse oder zur still gefeierten Messe bezeichnete das Hochamt daher lange Zeit die festlichere Form des sonntäglichen oder festtäglichen Gottesdienstes.

Besonders im älteren Sprachgebrauch verstand man unter Hochamt eine Messe mit gesungenem Ordinarium, also den gleichbleibenden Teilen Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei, häufig vorgetragen durch Chor bzw. Schola. Hinzu kamen Weihrauch, prachtvolle Gewänder und eine feierlichere liturgische Gestaltung. In vielen Gemeinden wurde der Begriff jedoch weiter gefasst und schlicht für die Hauptmesse am Sonntag verwendet, unabhängig davon, ob ein Chor sang oder die Gemeinde selbst die Gesänge übernahm.

Aus liturgiewissenschaftlicher Sicht ist der Begriff heute nur noch eingeschränkt geeignet. Seit der Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils gilt der Gesang nicht als Sonderform weniger festlicher Messen, sondern als wesentlicher Bestandteil jeder Eucharistiefeier. Die Unterscheidung zwischen „gesungener“ und „eigentlich normaler“ Messe tritt daher zurück. Statt von Hochamt spricht man heute meist sachgerechter von der Gemeindemesse, der sonntäglichen Eucharistiefeier oder einer besonders feierlich gestalteten Messe. Der historische Begriff bleibt jedoch im kirchlichen Sprachgebrauch vielerorts lebendig.

Manuel Uder, Trier

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