Buße bezeichnet im christlichen Verständnis die innere Umkehr des Menschen zu Gott. Voraussetzung dafür ist die Einsicht in eigenes Versagen und die Bereitschaft, das Leben neu am Evangelium auszurichten. Diese Umkehr geschieht nicht nur innerlich, sondern findet auch in äußeren Zeichen Ausdruck. Traditionell werden dafür besonders Gebet, Fasten und Almosen genannt. Sie sollen helfen, die Beziehung zu Gott zu vertiefen und zugleich die Verantwortung gegenüber den Mitmenschen wahrzunehmen.
Auch in der Liturgie der Kirche hat die Buße einen festen Platz. In der Messfeier steht zu Beginn der Bußakt, in dem die Gemeinde ihre Schuld vor Gott bekennt und um Erbarmen bittet. Darüber hinaus kennt die Kirche eigene Bußgottesdienste, die zur Gewissenserforschung, zur Bitte um Vergebung und zur Vorbereitung auf das Bußsakrament einladen. Im Sakrament der Versöhnung (Beichte) wird denen, die ihre Sünden bereuen und bekennen, die Vergebung Gottes zugesprochen und die Versöhnung mit Gott und der Kirche gefeiert.
Neben einzelnen liturgischen Formen kennt das Kirchenjahr auch Zeiten, die in besonderer Weise zur Buße und Umkehr aufrufen. Dazu gehören vor allem die Österliche Bußzeit (Fastenzeit) und in älterer Tradition auch der Advent. Auch der Freitag als Gedächtnistag des Todes Christi gilt als Bußtag. Solche Zeiten und Formen sollen die Gläubigen dazu anregen, ihr Leben im Licht des Evangeliums zu prüfen und sich immer wieder neu auf Gott und den Nächsten auszurichten.
Manuel Uder, Trier