Benjamin Dahlke/Josefa Woditsch (Hg.): Karfreitag. Theologie – Liturgie – Praxis (KU University Press 6), Freiburg i. Br.: Verlag Herder 2026; 384 S.; 34,00 €; ISBN 978-3-534-64286-1
Der Tagungsband bietet eine umfassende interdisziplinäre Annäherung an einen der zentralen Feiertage des Christentums. Ausgehend von der Spannung zwischen Leid, Sterben und Hoffnung betrachtet das Werk den Karfreitag und das Kreuzesgeschehen theologisch, liturgisch und praktisch. Beiträge aus Disziplinen wie Exegese, Dogmatik, Liturgiewissenschaft, Kirchenmusik und Religionspädagogik eröffnen einen differenzierten Blick:
Neben klassischen Theorien von Sühne, Stellvertretung und Erlösung wird auch die Relevanz des Karfreitags in säkularen Gesellschaften diskutiert. Die Analysen – von historischen Liturgieerklärungen bis hin zu aktuellen Predigtinhalten – zeigen, wie der Tag performativ gestaltet und vermittelt wurde und wird.
Besonders hervorzuheben ist die gelungene Verzahnung der theoretischen, liturgischen und kulturellen Perspektiven: So wird deutlich, wie das Kreuz als Symbol christlicher Heilserfahrung sowohl sprachlich als auch praktisch erschlossen werden kann. Damit leistet der Sammelband nicht nur einen Beitrag zum theologischen Diskurs, sondern eignet sich auch für die pastorale Ausbildung und kulturelle Bildungsarbeit.
Insgesamt schließt das Werk eine Lücke in der deutschsprachigen Forschung, indem es den Karfreitag in all seinen Dimensionen sichtbar und reflektierbar macht – ein Buch für Fachleute und liturgisch interessierte Leser/innen gleichermaßen.
Dr. Manuel Uder, DLI, Trier