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Titelseite Gottesdienst 5/2026

5 / 202616. Februar 2026

Inhalt

Liebe Leserinnen und Leser,

in immer mehr Großpfarreien und Pastoralverbänden gehört der Aschenritus mittlerweile nicht nur zur liturgischen Praxis des Aschermittwochs, sondern auch des Ersten Fastensonntags. Als Gründe genannt werden knappe Personalressourcen und mehrere Kirchen, die „bedient“ werden wollen.

Was organisatorisch nachvollziehbar ist, wirft liturgietheologische Fragen auf. Denn der Aschermittwoch kann nicht einfach verschoben werden. Die Vierzig Tage beginnen mit diesem Tag – und er trägt seinen Namen nicht zufällig. Die Asche, ihre Segnung und Austeilung, prägt den Aschermittwoch in einzigartiger Weise. Sie macht sichtbar und leibhaft erfahrbar, was die beginnende Zeit kennzeichnet: Umkehr, Vergänglichkeit, Neuorientierung vor Gott.

Wird der Aschenritus vom Aschermittwoch gelöst, verliert dieser Tag an Profil. Zugleich wird der Erste Fastensonntag, der selbst ein eigenes Gesicht hat, mit einer Symbolik überfrachtet, die ursprünglich nicht die seine ist.

„Man soll die Feste feiern, wie sie fallen“ – dieser oft zitierte Satz enthält eine liturgische Weisheit. Er erinnert daran, dass Heilige Zeiten nicht verschiebbar sind. Liturgie zu feiern, heißt auch, für einen Moment eigene Prioritäten zurückzustellen und dem Anlass seinen Raum zu geben – gerade in einer Zeit, in der alles beliebig geworden zu sein scheint.

Das ist kein Plädoyer gegen pastorale Bedürfnisse, wohl aber eine Einladung zur liturgischen Sensibilität.

Ihr Manuel Uder

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 49-52

    Gottes lebendiges Wort

    Gottes lebendiges Wort

    Dass jede Schriftverkündigung in der Liturgie mit „Wort des lebendigen Gottes“ abgeschlossen wird, führt bei inhaltlich schwierigen Texten zu Irritationen. – Einige theologische Hintergründe – auch zu scheinbaren Alternativen –, die helfen können, wie sich als Lektor/in damit umgehen lässt.

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