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Die Ausgabe im Podcast
Jetzt in die Ausgabe reinhören. Diese Audiodatei stellt die Inhalte der aktuellen Ausgabe vor. Sie wurde mit KI generiert.
Audiotranskription:
Sprecher 1: Hallo und herzlich Willkommen. Wenn Sie als pädagogische Fachkraft arbeiten, standen Sie bestimmt schon vor dieser Herausforderung.
Sprecher 2: Mm.
Sprecher 1: Wie spricht man mit Kita-Kindern über die Zukunft? Ein Konzept, das für die ja oft noch total ungreifbar ist.
Sprecher 2: Absolut. Und genau da liegt ja die Schwierigkeit. Man will keine Ängste schüren oder, ich sag mal, irgendwelche unrealistischen Märchen erzählen.
Sprecher 1: Genau.
Sprecher 2: Man will die Kinder ja befähigen, kreativ nach vorne zu blicken.
Sprecher 1: Exakt. Und für diesen Spagat haben Sie uns heute was Tolles mitgebracht. Die Zeitschrift „Entdeckungskiste“.
Sprecher 2: Richtig.
Sprecher 1: Mit dem Titel „Von Robotern und grünen Dächern – Über die Zukunft nachdenken“.
Sprecher 2: Ja.
Sprecher 1: Der Grundgedanke scheint ja zu sein, nicht abstrakt zu werden, sondern ganz nah an der Lebenswelt der Kinder anzusetzen.
Sprecher 2: Genau.
Sprecher 1: Also mit Fragen wie „In welchem Haus werde ich später mal wohnen?“ oder „Wie komme ich zur Arbeit?“.
Sprecher 2: Das ist der Einstieg, ja. Aber das Ziel ist nicht die Vorhersage, sondern das gemeinsame Philosophieren und Experimentieren. Im Heft wird Heiner Geißler zitiert, was mich wirklich aufhorchen ließ.
Sprecher 1: Oh.
Sprecher 2: „Wer nicht über die Zukunft nachdenkt, wird keine haben.“
Sprecher 1: Wow, das klingt aber erstmal sehr staatstragend für ein Kita-Heft, oder?
Sprecher 2: Das stimmt. Das klingt erstmal schwer.
Sprecher 1: Wie schaffen die es denn, diesen Gedanken kindgerecht zu vermitteln, ohne zu überfordern?
Sprecher 2: Indem sie ihn in spielerisches Handeln übersetzen. Es geht darum, Kindern das Gefühl zu geben, Zukunft ist nichts, was einfach so passiert.
Sprecher 1: Sondern?
Sprecher 2: Sie ist gestaltbar und ihr habt die Ideen und die Fähigkeiten, um mitzugestalten. Es geht um Selbstwirksamkeit.
Sprecher 1: Das klingt in der Theorie überzeugend, aber wie sieht das dann in der Praxis aus? Die Zeitschrift hat da ja einige Ansätze.
Sprecher 2: Ja, einige.
Sprecher 1: Einer, der die Zeitspanne greifbar macht, ist die Idee „Spuren hinterlassen“.
Sprecher 2: Genau. Hier stellen die Kinder Gipsabdrücke von Alltagsgegenständen her.
Sprecher 1: Also z. B. eine Muschel oder eine Spielfigur.
Sprecher 2: Richtig, ein besonderer Stein, sowas in der Art.
Sprecher 1: Das klingt aber erstmal wie eine, na ja, nette Bastelstunde. Wo genau liegt da der pädagogische Mehrwert für das Thema Zukunft?
Sprecher 2: Der psychologische Kniff dabei ist, dass Kinder Zukunft erst verstehen können, wenn sie ein Gefühl für die Vergangenheit entwickeln.
Sprecher 1: Ah, okay.
Sprecher 2: Ein Fossil ist ja der Beweis, dass etwas von damals heute noch da ist. Und der eigene Gipsabdruck
Sprecher 1: wird so zur persönlichen Zeitkapsel.
Sprecher 2: Exakt. Ein greifbarer Beweis, dass das Jetzt zum Damals der Zukunft wird. Zeit wird so von was Abstraktem zu etwas, das man in der Hand halten kann.
Sprecher 1: Eine faszinierende Perspektive. Vom Greifbaren geht es dann aber auch ins herrlich Fantastische.
Sprecher 2: Oh ja.
Sprecher 1: Als ich das gelesen habe, musste ich wirklich schmunzeln. Die Aufgabe „Giraffe im Hubschrauber“.
Sprecher 2: Das klingt so absurd. Was ist denn die Idee dahinter?
Sprecher 1: Lachen ist absolut erwünscht, klar. Aber dahinter steckt ein wichtiges Prinzip, das divergente Denken.
Sprecher 2: Das müssen Sie kurz erklären.
Sprecher 1: Diese absurde Frage: Wie transportiert man eine Giraffe im Hubschrauber? Die befreit die Kinder vom Druck, die eine richtige Antwort finden zu müssen.
Sprecher 2: Weil es keine gibt.
Sprecher 1: Eben. Es gibt keine und dadurch trauen sie sich, auch die wildesten Ideen auszusprechen.
Sprecher 2: Sowas wie riesige Rotorblätter oder
Sprecher 1: eine Luke im Dach für den Hals, ein ausfahrbarer Boden. Jede Idee ist willkommen.
Sprecher 2: Und der Prozess hört ja beim reinen Spinnen nicht auf, oder?
Sprecher 1: Nein, das ist entscheidend. Die Ideen werden ernst genommen, gesammelt und dann geht es ins Machen.
Sprecher 2: Also richtig bauen, ja. Die Kinder fertigen Skizzen an und bauen Modelle aus Recyclingmaterialien. Und hier lernen sie spielerisch den Kern jedes kreativen Prozesses.
Sprecher 1: Ideen entwickeln, verwerfen, zusammenarbeiten.
Sprecher 2: Genau. Es geht nicht um die perfekte Lösung, sondern um den Mut zum Erfinden.
Sprecher 1: Es geht also vom wilden Fantasieren ins konkrete Gestalten. Diesen Bogen sehe ich auch bei anderen Ideen im Heft, z. B. bei „Grün statt Grau“.
Sprecher 2: Ja, das ist der nächste wichtige Schritt. Hier wird Zukunft dann zu einem Gemeinschaftsprojekt.
Sprecher 1: Ah.
Sprecher 2: Es geht nicht mehr nur um mein Hubschraubermodell, sondern um unseren gemeinsamen Lebensraum. Die Kinder planen, wie man eine reale Wand verschönern könnte.
Sprecher 1: Das macht Gestaltung also direkt erlebbar.
Sprecher 2: Und es zeigt, dass man gemeinsam etwas bewirken kann.
Sprecher 1: Wenn wir das also für Sie zusammenfassen. Das Kernziel dieser Impulse ist, Kindern Werkzeuge an die Hand zu geben.
Sprecher 2: Genau. Werkzeuge des Denkens, des Kommunizierens, des Schaffens.
Sprecher 1: Damit sie die Zukunft nicht als etwas Bedrohliches, sondern als etwas Gestaltbares begreifen.
Sprecher 2: Absolut. Es geht darum, eine Haltung zu fördern. Ich bin neugierig auf das, was kommt und ich habe Ideen, wie es aussehen könnte.
Sprecher 1: Ein praktischer Hinweis für Sie zum Schluss. Falls Sie weitere Inspirationen suchen: Die nächste Bildungsmesse didacta.
Sprecher 2: Ah ja, richtig.
Sprecher 1: Findet vom 10. bis 14. März 2026 in Köln statt. Dort ist auch der Verlag Herder mit seinen Materialien vertreten.
Sprecher 2: Und wir möchten Sie mit einem Gedanken zurücklassen.
Sprecher 1: Ja.
Sprecher 2: Wenn Kinder durch solche Impulse heute lernen, ihre Zukunft zu gestalten.
Sprecher 1: Welche Frage, die Sie ihnen morgen stellen, könnte dann die Welt von übermorgen verändern?