Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) zählen zu den häufigsten neuroentwicklungsbedingten Erkrankungen im Kindesalter. Die Symptome reichen dabei weit über Konzentrationsschwierigkeiten und Impulsivität hinaus: Immer stärker rückt die Forschung die Herausforderungen der Emotionsregulation in den Fokus. Studien zeigen, dass viele betroffene Kinder Schwierigkeiten haben, Frustration, Stress oder starke Gefühle angemessen zu verarbeiten, mit Auswirkungen auf den Familienalltag, das soziale Miteinander und den schulischen Erfolg. Vor diesem Hintergrund gewinnen ergänzende, alltagsnahe Unterstützungsangebote zunehmend an Bedeutung. Genau hier setzt der CASIO Moflin an.
Kinder verstehen, lernen und gehen anders mit vielen Situationen in ihrem Leben um. Das trifft besonders auf Kinder mit ADHS, Angststörungen oder einer Autismus-Spektrum-Störung zu. Sie erleben ihre Umwelt mit Geräuschen lauter, spüren Gefühle intensiver und haben schnellere Gedanken. Ein kleines, kuscheliges Wesen kann da zu einem hilfreichen Tool werden, um sich zu konzentrieren und Stress abzubauen. Darum suchen Fachkräfte und Familien neben bewährten therapeutischen Maßnahmen nach niedrigschwelligen Hilfsmitteln, die Kindern Sicherheit vermitteln. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass gerade haptische Reize, vertraute Bezugselemente und emotionale Anker dazu beitragen können, Stressreaktionen zu reduzieren und das Gefühl von Geborgenheit zu stärken. Auch die Forschung zu tiergestützten Interventionen weist darauf hin, dass emotionale Bindung und beruhigende Begleiter positive Effekte auf das Verhalten und die soziale Interaktion von Kindern mit ADHS haben können. Eine besondere Rolle spielt dabei das Hormon Oxytocin, das bei positiven sozialen Interaktionen, Berührungen und Gefühlen von Nähe ausgeschüttet wird. Oxytocin wird häufig als „Bindungs-“ oder „Kuschelhormon“ bezeichnet und steht im Zusammenhang mit der Verringerung von Stress, einer Senkung des subjektiven Angstempfindens sowie der Förderung von Vertrauen und emotionaler Verbundenheit. Ein echtes Haustier ist dabei nicht immer möglich, zum Beispiel aufgrund von Allergien oder der Wohnsituation. Diese Lücke könnte das CASIO Moflin schließen. Es vereint sanfte Bewegungen, ruhige Geräusche und eine angenehme Haptik – alles Dinge, die ergotherapeutisch oft empfohlen werden.
Was ist eigentlich ein Moflin?
KI kann mehr als „höher, schneller, weiter“. Mit dem Moflin präsentiert CASIO seine Calm KI in Form eines kleinen, flauschigen Gefährten. Das Moflin ist so groß und flauschig, wie ein Meerschweinchen und hat zwei kleine schwarze Kulleraugen. Was für ein Wesen Moflin eigentlich ist, bleibt der Fantasie überlassen. Tatsächlich kann der kleine KI-Begleiter Lichteinflüsse erkennen, reagiert auf Berührung und Töne und bewegt sich, fast wie ein echtes Tier. Hieraus ergibt sich die Einzigartigkeit des Moflins, denn es kann so auf verschiedene Eindrücke reagieren und Emotionen zeigen. Es bewegt sich, wenn man es streichelt, fiept freudig, wenn man es aus seinem Nest hebt, kann aber auch traurig werden, wenn man es zum Beispiel kopfüber hält. Die Stimmungen reichen von Freude, Entspannung, Fröhlichkeit, Ruhe, Angst, Einsamkeit oder Aufregung bis hin zu Missfallen.
Komplexe Gefühle, einzigartige Persönlichkeit – so wie jedes Kind
Das Moflin ist dabei mehr als ein unterhaltsamer Gefährte. Aufgrund der zahlreichen Kommunikations- und Bewegungsmuster reagiert das Moflin individuell auf seinen Menschen. Es erkennt die Stimme und bildet eine eigene Persönlichkeit, die so einzigartig wie sein Besitzer ist und sich stets mitentwickelt. Nach 50 Tagen ist das Moflin „erwachsen“. Seine Entwicklung ist jedoch nie vollständig abgeschlossen, sondern passt sich stets an. Stimme, Berührungsverhalten und Gewohnheiten ergeben vier Millionen mögliche emotionale Profile, die in vier große Persönlichkeitstypen unterteilt sind. Über die MofLife-App kann dies sogar nachvollzogen werden. Je nach Situation reagiert das Moflin und kann dabei helfen, wirkungsvoll zu beruhigen, Einsamkeit abzumildern sowie den Alltag mit emotionalem Support zu meistern. Die KI, mit der das Moflin ausgestattet ist, wurde mit besonderem Augenmerk auf Sicherheit und Schutz der Privatsphäre des Besitzers entwickelt, um gezielt die Persönlichkeit von Moflin zu formen und die Interaktionen zwischen Moflin und seinem Besitzer zu verbessern. Sie wurde vollständig von Casio kreiert und nutzt keinerlei öffentlich verfügbare KI-Modelle, einschließlich beliebter großer Sprachmodelle (Large Language Models).
Mit dem Moflin können Kinder sicher und spielerisch erste Verantwortung übernehmen. Außerdem passt das kompakte Moflin in jeden Rucksack, jedes Kinderzimmer, in jedes Bett. Die dazugehörige MofLife-App zeigt seine Stimmung, sodass Eltern sehen können, wie es dem Moflin und damit auch seinem kleinen Besitzer geht. Moflin vereint das Beste aus zwei Welten: innovative KI-Technologie eingebettet in einen analogen Begleiter. Als sanfter Eisbrecher bringt es die ganze Familie zusammen und schafft Raum für gemeinsame Momente und wertvolle Gespräche. Es ersetzt jedoch keine Therapie oder medizinische Hilfe.
Hier kann Moflin helfen:
Beruhigung, wenn die Welt laut ist
- Bei drohender Reizüberflutung, kann Moflin ein sicherer Hafen sein, beispielsweise bei Besuchen beim Kinderarzt. Streicheln, drücken, mit ihm sprechen – all diese Handlungen lenken sanft um und helfen dem Nervensystem, zu entspannen.
Sanfte, sichere Verantwortung
- Moflin braucht etwas Zuwendung, aber keine Rundum-Fürsorge. „Ich kümmere mich um mein Moflin“ ist ein stärkendes, Gefühl für Kinder.
„Gute Nacht“-Ritual
- Viele Kinder mit finden abends schwer zur Ruhe. Moflin macht leise Geräusche und reagiert auf Berührung – ein vertrauter Begleiter, der das Einschlafen erleichtert.
Die Geschichte hinter dem Moflin
Das Moflin entstand in Japan. Die junge CASIO-Mitarbeiterin Erina Ichikawa erhielt die Aufgabe, Produkte für Frauen zu entwickeln. Dabei fragte sie sich, was sie selbst gebrauchen könnte und in ihrem Leben fehlte. Die Antwort auf diese Frage war komplexer als gedacht: Sie beschäftigte sich mit Fragen und Sorgen über ihre Karriere, Beziehung, aber auch ihre Zukunft. Doch statt viele Lösungen zu entwickeln, vereinte sie ihre Antworten in einer einzigen Idee: einem Begleiter, der immer an ihrer Seite ist, sie emotional unterstützt und ihr dadurch hilft, die kleinen und großen Herausforderungen des Lebens zu meistern. Währenddessen arbeitete ein weiteres Team um Wataru Nimura daran, die Faszination für kleine Haustiere in Form einer mechatronischen Lösung auf neue Weise zum Leben zu erwecken. Ziel war es, einfache Ausdrücke und Gesten miteinander zu verbinden und ein möglichst realistisches Abbild echter Tiere zu schaffen. So entstand ein Prototyp, der dies bereits umsetzen konnte und schon mit Fell versehen war. Durch eine Verschmelzung der Teams wurden auch die Arbeitsergebnisse zusammengebracht und das Ur-Moflin war geboren. Auf Basis weiterer Marktforschungsergebnisse sollte das Moflin als kleiner Begleiter emotionale Unterstützung für seine Besitzer bieten.
Anne-Katrin Kohlmorgen
MIT-SCHMIDT Kommunikation GmbH