Materialien
- 1 Abbildung von Giuseppe Arcimboldos „Der Sommer“
- Gegenstände, die an den Sommer erinnern, z. B. Muscheln, Sand, Schwimmflossen, Sonnenbrille, Getreidehalme, Blumensamen, Strohhalme, Styroporkugeln als Eiskugeln, Gießkanne, Gartenschlauch, Spritztiere, Federballschläge
- 4 Dachlatten/Holzleisten à 30 cm pro Kind
- stabiler Karton
- Hammer und Nägel
- Acrylfarbe in Weiß und evtl. in Gelb
- Pinsel
- (Heiß-)Klebstoff
Los geht’s:
Die Kinder betrachten das sommerliche Jahreszeitenbild von Arcimboldo und kommen darüber ins Gespräch: Was seht ihr auf dem Bild? Woraus besteht das Gesicht? Welche Früchte könnt ihr erkennen (Maiskolben, Auberginen, Pfirsiche, Knoblauch, Kirschen, Himbeeren, Trauben, Birne, Gurke, Artischocke, Hafer, Gerste, Weizen, Haselnüsse, Erbsen in der Schote)? Welche Frucht steht für welchen Teil des Gesichtes? Welchen Namen hat diese Person wohl? Gibt es Buchstaben oder Zahlen auf dem Bild? Wo haben sich diese versteckt? (Der Name des Künstlers steht auf dem Kragen und das Datum an der Schulter).
Nun gehen die Kinder selbst an die Arbeit und gestalten ihren eigenen Herr Sommer oder ihre eigene Frau Sommer: Mit den Kindern zunächst klären, was für sie zu dieser Jahreszeit gehört und welche Gegenstände sie damit verbinden. Zu ihren Vorstellungen sammeln sie daraufhin die Materialien oder ergänzen den bereits vorhandenen Fundus.
Je nach den gesammelten Materialien gibt es nun zwei Möglichkeiten: Entweder legen die Kinder als Gruppe gemeinsam ein Sommerbild aus größeren Gegenständen als eine Art Collage und als ein „Kunstwerk auf Zeit“ zusammen. Die Collage eignet sich vor allen Dingen für Gegenstände, die nicht verklebt werden können oder dürfen. Als Unterlage entweder einen Tisch verwenden oder in einem Raum auf dem Boden eine Fläche abkleben, in der das Sommerbild entstehen soll. Oder die Kinder gestalten jeweils einen Bilderrahmen, den sie mit kleineren Materialien bestücken. Dafür aus den vier Holzleisten mithilfe von Hammer und Nagel einen Rahmen bauen (30 x 30 cm) und einen stabilen Karton in der gleichen Größe mit Reißnägeln darauf befestigen. Den Karton mit weißer Farbe als Grundierung bemalen und trocknen lassen. Wer möchte, kann zusätzlich ein sonniges Gelb oder eine andere Farbe auftragen. Die sommerlichen Kleinteile nun auf dem Rahmen zu einem Gesicht arrangieren und mit Klebstoff fixieren. Wer mag, kann die einzelnen Elemente mit Heißklebstoff mit Unterstützung der Fachkraft fixieren. Die fertigen Bilder in einer kleinen Galerie ausstellen.
Quelle: Entdeckungskiste Jahreszeiten Im Sommer 2011
Wer ist Giuseppe Arcimboldo?
Frühling, Sommer, Herbst und Winter – Wasser, Feuer, Luft und Erde. Die vier Jahreszeiten und gleichzeitig die vier Elemente darzustellen, das war das Ansinnen von Giuseppe Arcimboldo (1526–1593). Der Künstler ist vor allem durch seine vier Porträts zu den Jahreszeiten bekannt. In seinen Bildern ordnet er Blumen, Früchte, Gemüse, Tiere und anorganische Materialien so an, dass daraus das Porträt eines Menschen entsteht. Kunsthistoriker sprechen hier von „Kompositköpfen“, was in etwa „zusammengesetzte Köpfe“ bedeutet.
Wer diese Werke genauer betrachtet, erkennt eine Vielzahl an detailgetreu gemalten Kleinteilen. Sie zeugen von einem großen botanischen und biologischen Wissen, sowie einem beeindruckenden malerischen Talent. Die Künstler der Renaissance, wozu auch Arcimboldo zählt, waren Meister der bildlichen Darstellung der Natur. Ihr Ansinnen war jedoch nicht das reine Abbilden, sondern vielmehr die allegorische Darstellung.
Arcimboldo war am Prager Hof der Habsburger als Maler angestellt, aber auch als Ingenieur, Kostümzeichner, Organisator und Gestalter von höfischen (Kostüm-)Festen und Musiker tätig. Außerdem war er überzeugt davon, dass sich musikalische Töne in Farben ausdrücken ließen. Neben seinen bekannteren Werken sind seine Umkehrbilder, wie „Der Gemüsegärtner“, der entweder eine Schüssel mit Gemüse oder um 180 Grad gedreht einen Kopf mit Hut darstellt, eine Entdeckung wert. Ebenso amüsant ist „Der Bibliothekar“, dessen Körper und Gesicht vornehmlich aus Büchern besteht.