Das rotweiße Absperrband aus Plastik ist eines der Hauptmaterialien, mit der die Künstlerin Birgit Feike schon länger arbeitet. Die farbige Signalwirkung sowie die glatte glänzende Oberfläche und die Möglichkeit, das Band zu einem Gewebe zu verflechten und daraus Körper und Flächen im Raum zu schaffen, inspiriert Birgit Feike zu immer neuen Konstellationen. Bei ihrem Stipendienprojekt „Grenzflächen“, bei der städtische Kommunen in ganz Deutschland eine temporäre Intervention im öffentlichen Raum von der Künstlerin anfordern können, hat sie inzwischen „Grenzflächen“ in u. a. Dortmund, Schwerte, Freiburg, Essen, Hattingen, Unna, Bottrop, Bochum, Duisburg, Hamburg, Mönchengladbach und Bonn platzieren können. Bei der hier gezeigten Arbeit im Bottroper Joseph-Albers-Museum, Quadrat Bottrop, wählte Birgit Feike die zylindrische Form und schuf drei von der Decke herabhängende Objekte aus geflochtenem Absperrband, die dank ihrer oberen Anbringung an jeweils einem Hula-Hoop-ähnlichen Reifen eine Stabilität erhalten und wie überdimensionale Röcke von der Decke hängen. Das dynamische, ja fast tänzerische Motiv dieser leicht schwingenden Objekte wird noch durch die bewusst unterschiedlich gestaltete, rotweiße Musterung verstärkt. Das Alltagsmaterial des Absperrbandes, das normalerweise dazu dient, Grenzen zu ziehen, und Räume und Menschen voneinander abzutrennen, wird hier bei Birgit Feike zu einem in sich geschlossenen Kreis, der tänzerisch schwebend Freiheit und Grenzenlosigkeit um sich herum freigibt.
Birgit Feike
(geboren in Bottrop), lebt und arbeitet als Künstlerin und Goldschmiedin in Dortmund. Nach ihrer Lehre zur Goldschmiedin arbeitete sie zunächst als Dekorateurin in verschiedenen Branchen und studierte anschließend von 2012 bis 2015 Bildende Kunst an der Ruhrakademie Schwerte. 2015 schloss sie ihr Kunstdiplom bei Gesine Grundmann ab und eröffnete 2016 ihr eigenes Kunstatelier Phoenix West in Dortmund-Hörde. 2019 beteiligte sie sich am Projekt „Water Event“ von Yoko Ono am Museum für Bildende Künste in Leipzig und war mit der Einzelausstellung „willst du mit mir gehen, willst du?“ in der Katholischen Akademie Schwerte vertreten. Aktuell arbeitet Birgit Feike an einem vom Land NRW geförderten Stipendienprojekt im öffentlichen Raum, bei dem sie unter dem Titel „Grenzflächen“ temporäre Flechtobjekte aus Absperrband als Intervention im Raum platziert.
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