Die Zeichnung und Collage „ARAXA“, deren Titel ein Teil der lateinischen Bezeichnung für Löwenzahn (Taraxacum) ist, stammt aus einer Serie von Zeichnungen Andreas Ottos, die während und nach einem Aufenthalt im niederländischen Egmond aan Zee 2018 entstanden. Mit diesem Hintergrundwissen erkennt man typische Motive, die sich mit dem Ort an der Nordsee verbinden lassen: die Strukturen der Strandlandschaft im oberen Abschnitt der Zeichnung oder der angedeutete Umriss eines Campingzeltes in der Mitte.
Durch die zusätzlichen Motive der Silhouette einer menschlichen Figur, die sich nach vorne zu neigen scheint, sowie der drei aufgebrachten Kreuz-Aufdrucke, eröffnet sich für die Deutung jedoch noch eine weitere Variante: Man kann die Zeichnung auch als ein symbolisches Zeichen für die karitative Arbeit der Menschen in Krisenregionen lesen. Der Titel „ARAXA“ als Kurzform für die seit der Antike verwendete Heilpflanze Löwenzahn würde diesen interpretatorischen Ansatz als Bild des menschlichen Helfens im Sinne der Nächstenliebe weiterhin ergänzen.
Andreas Otto
(* 1966 in Arnsberg), lebt und arbeitet als Künstler und Designer in Arnsberg. Seit 1985 ist er regelmäßig mit Ausstellungen in der Region vertreten, u. a. 2000 mit „Bilderräume“ in der Stadtgalerie Altona, 2004 mit „Fragmente“ in Schloss Opherdicke in Holzwickede oder 2011 mit der Ausstellung „Amorphe Spuren“ in der Katholischen Akademie Schwerte. 2018 präsentierte Andreas Otto seinen Zyklus „Via Dolorosa“ im Landtag NRW in Düsseldorf.