Plus
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Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt stehen aufgrund des gemeinschaftlich genutzten städtischen Raums in einem besonderen Verhältnis zueinander: Lokale Entscheidungen haben Auswirkungen auf alle, die in der Stadt leben und den städtischen Raum nutzen. Gelingende urbane Koexistenz setzt ein Mindestmaß an Solidarität voraus. Dabei gilt es, die konstitutive Rolle von Technik zu berücksichtigen. Sozio-technische Systeme prägen den städtischen Alltag. (Digitale) Technik kann deshalb dazu dienen, das Zusammenleben in der Stadt gerechter zu gestalten, sie kann aber auch Ungleichheit produzieren. Die gegenwärtige Debatte um die „Digitale Stadt“ setzt bei der Verbesserung von Teilaspekten an. Dies birgt das Risiko, dass die fundamentale Frage nach der guten Stadt unbeantwortet bleibt. In diesem Beitrag wird dafür plädiert, im Dialog mit BewohnerInnen und anderen NutzerInnen des städtischen Raums (digitale) Technik als Instrument zur Beseitigung oder Abmilderung von Ungleichheit zu beurteilen. Von Michael Nagenborg