Heft 1/2018Digitalisierung gestalten

Inhalt

Die Digitalisierung wirft grundsätzliche ethische Fragen auf: Wie gestalten wir Arbeitsbedingungen flexibel und zugleich verlässlich? Welche Berufsbilder werden unsere Gesellschaft in Zukunft prägen? Was zeichnet Führungskräfte in einer vernetzten Welt aus? Und wie kann erreicht werden, dass die von Konzernen erzielten Gewinne stärker zum Wohle aller abgeschöpft werden?

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Wie die Digitalisierung das Verhältnis des Menschen zu seiner Arbeit verändertVersuch einer Kritik

    Der Prozess der Digitalisierung setzt die Arbeitswelt unter Veränderungsdruck. Mit Hilfe zweier Kategorien soll das Verhältnis des Menschen zu seiner Arbeit sozialethisch analysiert und kritisiert werden: „Abstraktion“ und „Unmittelbarkeit“. Beide Kategorien erinnern an den Entfremdungsdiskurs und verdanken sich kulturanthropologischen Einsichten in das Wesen von Technik und Arbeit. Die Analyse orientiert sich an den Herausforderungen, wie sie sich zum Teil erst in Ansätzen in der Arbeitswelt abzuzeichnen beginnen. Das zentrale sozialethische Interesse richtet sich dabei auf das Schicksal des einzelnen Menschen und seine Möglichkeiten zur Selbstentfaltung, die durch die Digitalisierung ganz entgegen vielen Versprechungen zum Teil massiv unter Druck geraten.

  • Plus S. 10

    In Gesellschaft der DatenDemokratische Beteiligung und Digitalisierung

    Beteiligungsgerechtigkeit liegt nicht in der „Natur“ des Internets; und sie kommt nicht automatisch und nicht mit „unsichtbarer Hand“. Vielmehr muss sie dem Internet und der „digitalen Welt“ politisch aufgedrängt werden– auch über staatliche Interventionen. Demokratische Beteiligung ist also nicht Folge der Digitalisierung, sondern politische Gestaltungsaufgabe für die „digitale Gesellschaft“.

  • Plus S. 18

    Die Digitale StadtGerechter und besser zusammenleben?

    Die Bewohnerinnen und Bewohner einer Stadt stehen aufgrund des gemeinschaftlich genutzten städtischen Raums in einem besonderen Verhältnis zueinander: Lokale Entscheidungen haben Auswirkungen auf alle, die in der Stadt leben und den städtischen Raum nutzen. Gelingende urbane Koexistenz setzt ein Mindestmaß an Solidarität voraus. Dabei gilt es, die konstitutive Rolle von Technik zu berücksichtigen. Sozio-technische Systeme prägen den städtischen Alltag. (Digitale) Technik kann deshalb dazu dienen, das Zusammenleben in der Stadt gerechter zu gestalten, sie kann aber auch Ungleichheit produzieren. Die gegenwärtige Debatte um die „Digitale Stadt“ setzt bei der Verbesserung von Teilaspekten an. Dies birgt das Risiko, dass die fundamentale Frage nach der guten Stadt unbeantwortet bleibt. In diesem Beitrag wird dafür plädiert, im Dialog mit BewohnerInnen und anderen NutzerInnen des städtischen Raums (digitale) Technik als Instrument zur Beseitigung oder Abmilderung von Ungleichheit zu beurteilen.

  • Plus S. 24

    Non scholae sed vitae!?Digitale Bildung und Schule

    Wenn Schule ihrem Erziehungs- und Bildungsauftrag gerecht werden will, kann sie nicht als Parallel- oder Gegenwelt zur umgebenden Gesellschaft fungieren. Vielmehr muss sie Schülerinnen und Schüler (SuS) zur gelingenden Partizipation qualifizieren. Dazu muss sie die Herausforderungen der Digitalisierung auf mehreren Ebenen und unter dem Primat der Pädagogik bewältigen. Letztlich stehen auch Schule und die Bildungspolitik vor der Entscheidung, welche Kultur des Lernens mit veränderten, „digitalisierten“ Lebens- und Arbeitsbedingungen vereinbar ist: Geht es um ein ökonomisch dominiertes Denken, in dem die walled gardens großer Datenkonzerne auch die schulische Bildung bestimmen? Oder ist das Ziel ein Austausch, der Wissen teilt und vernetzt, um dadurch Exklusion so weit wie möglich abzubauen und Partizipation zu ermöglichen?

  • Plus S. 33

    Digitalisierung menschlich gestaltenUnternehmerische Verantwortung in Zeiten von Big Data

    Die Digitalisierung bringt viele Vor- und Nachteile mit sich. Sie ist aber keine Naturgewalt, die wir erdulden müssen, wenn wir nicht abgehängt werden wollen. Stattdessen gilt es, sie lebensdienlich zu gestalten. Dies betrifft viele gesellschaftliche Bereiche, die von der Digitalisierung beeinflusst werden, etwa Bildung, Gesundheit oder Arbeit. Aus unternehmensethischer Perspektive untersucht dieser Artikel einige Kritikpunkte und gibt Empfehlungen zum kritischen und lebensdienlichen Umgang mit Digitalisierung.

Arts & ethics

  • Gratis S. 28

    Sozium