Mit dem Titel «skom» (= seitlich komprimiert) bezeichnet Bernd Ikemann diese Serie von extrem schmalen Gemälden, auf denen man meint, sakrale Motive von mittelalterlichen Flügelaltären wieder zu erkennen. Die starke perspektivische Verzerrung ist jedoch eine optische Täuschung: Die vermeintlich bekannte Komposition eines beispielsweise Rogier van der Weyden entpuppt sich bei näherem Hinsehen als Kombination von gemaltem Rahmen und Farbflecken, die uns an das konditionierte Bild in unserem Kopf erinnern. Die «skoms» sind also zweierlei: einmal Konzentrate christlicher Motive aus der Kunstgeschichte und andererseits die Infragestellung einer universalen Bildsprache, die die Wahrnehmungsmuster des Betrachters herausfordert.
Bernd Ikemann (*1956)
studierte an den Kunstakademien Münster und Düsseldorf (bei N. Tadeusz, L. von Arseniew, G. Graubner). Er lebt und arbeitet heute in Köln. 1998 bis 2001 lehrte er als Gastdozent für Malerei an der Kunstakademie Münster, 2004 bis 2005 mit einem Lehrauftrag für Gestaltung an der Hochschule Niederrhein. 1987 erhielt er den Förderpreis Malerei für junge Herner Künstler, 1988 den Förderpreis der Stadt Herne für Film Video und Foto, 1994 ein Stipendium für Bildende Kunst im Künstlerdorf Schöppingen, 2013 den Joseph und Anna Fassbender Preis, 2014 ein Stipendium der Jakob-Eschweiler-Stiftung. Werke des Künstlers finden sich unter anderem in der artothek Köln, der artothek Masserberg, der Städtischen Galerie Herne, dem Diözesanmuseum Paderborn.
Weiteres zum Künstler, zu seinen zahlreichen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen unter www.berndikemann.jimdo.com. Aktuell (bis zum 19. Februar) sind Werke von Bernd Ikemann unter dem Titel „lupo“ in der Akademie Schwerte ausgestellt (www.akademieschwerte.de).