Titelseite Amosinternational 2/2015

Heft 2/2015Kirche und Geld

Inhalt

Der Kirche als moralischer Instanz wurde lange Zeit Glaubwürdigkeit und Integrität zuerkannt. Das hat sich allerdings heute nachhaltig ins Gegenteil verkehrt. Sozialethische Überlegungen zu Einnahmen, Ausgaben und Vermögen der katholischen Kirche greift dieses Heft auf.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Für mehr Transparenz und Mitbestimmung bei den KirchenfinanzenSozialethische Überlegungen zu Einnahmen, Ausgaben und Vermögen der katholischen Kirche

    Das deutsche Kirchensteuersystem sichert den Kirchen eine stabile finanzielle Basis. Hinzu kommen staatliche Zuwendungen, Erträge aus eigenem Vermögen und Spenden. Im Folgenden werden die verschiedenen Einnahmequellen, die Vermehrung und die Anlage von Kirchenvermögen, aber auch die Bewertung und Verwendung der vorhandenen Ressourcen sozialethisch hinterfragt. Als problematisch erweisen sich dabei eine übertriebene Akkumulation ökonomischer Mittel sowie die Intransparenz diözesaner Finanzverwaltung. Eine erhebliche Machtverschiebung könnte hier durch die Rückverlagerung der Kirchensteuer auf die Pfarrgemeinden erreicht werden. Zumindest sollte aber die Mitbestimmung der Basis über die Verwendung der Gelder gestärkt werden. Aktuelle Herausforderungen bestehen darin, möglichst viele Mittel im Dienste der materiell Armen zu verwenden und bei Vermögensanlagen nach strengen ethischen Kriterien zu verfahren.

  • Plus S. 10

    Die Kirche und das liebe GeldKirchenrechtliche Schlaglichter

    Besitz ist für die Kirche kein Selbstzweck. Sie bedarf jedoch finanzieller Mittel, um ihre Ziele in der Welt zu verfolgen, um eingegangenen Verpflichtungen auch langfristig nachzukommen. Zur Verwaltung und Zweckbindung der Kirchenfinanzen finden sich zahlreiche Vorschriften im kirchlichen Gesetzbuch (Codex Iuris Canonici), das für die gesamte katholische Kirche gilt. Hinzu kommen spezifische Traditionen in den verschiedenen Ländern und Diözesen. Die Regelungen beziehen sich nicht nur auf die sachgemäße Finanzverwaltung. Sie betreffen auch die Aufsicht über die jeweiligen ökonomischen Akteure, sei es auf diözesaner Ebene oder auf der Ebene der Pfarrei. Verbesserungsbedarf gibt es vor allem bei der umfassenden Rechenschaft und Transparenz gegenüber den Kirchensteuerzahlern und anderen Geldgebern sowie bei der Unabhängigkeit einzelner Entscheidungs- und Aufsichtsgremien.

  • Plus S. 17

    Strukturen aus vordemokratischen Zeiten als Modell für die Welt von heute?Staatskirchenrechtliche Grundlagen zur Finanzierung der Kirchen in Deutschland

    Die Kirchen in Deutschland sind als Körperschaften des Öffentlichen Rechts verfasst. Ihre wichtigsten Einnahmequellen sind die Kirchensteuern und spezielle Staatsleistungen sowie die Zuwendungen für kirchliche Träger und deren Einrichtungen. Die normativen Grundlagen dieser Finanzquellen sind vielfältig, kompliziert und höchst umstritten. Deshalb sollen im folgenden Beitrag die staatskirchenrechtlichen Grundlagen der wichtigsten Finanzierungsinstrumente dargestellt und ihre Veränderungsmöglichkeiten diskutiert werden. Angesichts der bestehenden Gemengelage soll geklärt werden, was heute Sache des Staates und was Sache der Kirchen ist.

  • Plus S. 24

    Irdische Güter und himmlische SchätzeUnd was sie miteinander zu tun haben

    Das deutsche Kirchensteuersystem garantiert eine sichere und üppige Finanzierung der Kirchen. Die Folgen für die Pastoral und die Aktivierung der Kirchenmitglieder sind jedoch ambivalent. Der folgende Beitrag zeigt das anhand von vier aktuellen Entwicklungen: der zunehmenden Bürokratisierung und Professionalisierung, der Differenzierung der Seelsorge sowie der Abgrenzung zwischen der Kirche und ihren Mitgliedern. Für die Zukunft geht es darum, die Gläubigen wieder zu aktiven Teilhabern der Kirche zu machen und insgesamt zu einer missionarischen Kirche zu werden, die nicht vorrangig auf die eigene Organisation bedacht ist. Dazu gehört auch ein veränderter Stellenwert des Kirchensteuersystems: Eine zwingende Verknüpfung der Zugehörigkeit zur Kirche mit dem Steuersystem ist auf Dauer kaum haltbar. Eine teilweise Mitentscheidung der einzelnen Kirchensteuerpflichtigen über die Verwendung ihres Geldes könnte belebend wirken. Das Gleiche gilt für Modelle, nach denen die Steuer teilweise direkt an die jeweilige Pfarrei zu zahlen sind.

  • Plus S. 33

    Wirtschafts- und Finanzaufsicht in Kirche und CaritasAuf dem Weg zu mehr Kompetenz und Unabhängigkeit

    Unter dem Dach von Kirche und Caritas gibt es in Deutschland Tausende von rechtlich selbständigen Einrichtungen. In der Mehrzahl handelt es sich um kleine Unternehmungen mit weniger als fünfzig Beschäftigten. In wirtschaftlicher Hinsicht sind sie auf eine gute Unternehmensführung angewiesen. Um Fehlentwicklungen zu vermeiden bzw. frühzeitig zu erkennen, bedarf diese der effizienten Kontrolle und unabhängigen Aufsicht. Erfordernis, bisherige Defizite und positive Entwicklungen werden im folgenden Beitrag konkretisiert.

Arts & ethics

  • Gratis S. 28

    ... und hoffentlich wird morgen alles gut!

    ... und hoffentlich wird morgen alles gut!

    Vom Menschen zum Flüchtling – vom Flüchtling zum Menschen Cornelia Suhan erzählt in ihren Fotografi en von Menschen, von Flüchtlingen, ihren Ängsten, ihren Träumen und Hoffnungen. Sie träumen von einem guten Leben, in dem sie all ihre Potentiale entwickeln können. Einem Leben ohne Krieg, ohne Gewalt, ohne Angst, ohne Hunger, einem Leben in Frieden, einem Sterben in Würde. Dafür würden sie alles geben. Träume öffnen Grenzen, Träume überwinden scheinbar unüberwindliche Hindernisse, Träume verbinden. Träume sind unverzichtbar, um einen tagtäglichen Albtraum auszuhalten. Träume zeigen auch ungenutzte Möglichkeiten.

Beitrag

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