Titelseite Amosinternational 1/2013

Heft 1/2013Bevölkerungswachstum

Inhalt

Im Bemühen, die Diskussion zu versachlichen und zugleich in ihrer Vielschichtigkeit zu erfassen, widmet sich diese Ausgabe der wachsenden Weltbevölkerungszahl und den daraus folgenden politischen und sozialethischen Fragen.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Bevölkerungswachstum und ArmutSozialwissenschaftliche Fakten und sozialethische Überlegungen

    Das Wachstum der Weltbevölkerung hat sich zwar verlangsamt, ist aber nach wie vor ein Faktor, der sich auf viele globale Probleme auswirkt. Allerdings verläuft die Entwicklung sehr unterschiedlich, weshalb es auch keine pauschale Lösung für dieses Problem gibt. Das zeigt sich besonders darin, dass sowohl Armut als auch Wohlstand Ursachen der Grenzen von Bevölkerungswachstum sind. Aspekte, die besonders Aufmerksamkeit verlangen, sind die Genderperspektive und das Faktum internationaler Migration. Nur auf der Grundlage sozialwissenschaftlicher Erhebung und Beschreibung der tatsächlichen Zusammenhänge ist eine hilfreiche sozialethische Reflexion möglich, welche den Menschen in diesem Lebensfeld eine Orientierung bietet.

  • Plus S. 13

    Bevölkerungswachstum und RessourcenknappheitHerausforderungen und Handlungsoptionen

    Die Weltbevölkerung wächst weiter. Doch im Verlauf der letzten Jahrzehnte hat die jährliche Wachstumsrate stetig abgenommen. Verschiedene Bevölkerungsszenarien sind wichtig für die Entwicklung von robusten Handlungsstrategien in sehr unterschiedlichen Zukunftsszenarien. Die Auswirkungen einer steigenden Weltbevölkerung auf Ressourcenknappheit lassen sich anhand von vier wesentlichen Komponenten untersuchen: Bevölkerungszahl; Durchschnittseinkommen pro Person; Konsummuster; und Ressourcenintensität der Produktion. Technologieentwicklung, Substitution in Produktion und Konsum sowie Produktionsverlagerung durch internationalen Handel sind wichtige Mechanismen zur Reduzierung des Ressourcenverbrauchs. Die staatliche Regulierung muss durch gezielte Besteuerung oder Einführung von Nutzungsrechten die richtigen Preissignale zur Umsetzung dieser Maßnahmen geben. Eine Verbesserung der Informationsgrundlagen, der Infrastruktur sowie der Ausbildung bereits vom frühkindlichen Alter an kann zur Entwicklung neuer Lösungen und zur regional angepassten Bewältigung von Ressourcenknappheit beitragen. Gleichzeitig werden hiermit aber auch die notwendigen Grundlagen geschaffen für eine bessere Gesundheitsversorgung und eine stabile Wirtschaftsentwicklung. Es gibt deutliche Synergien zwischen der Steigerung der Ressourceneffizienz und dem Abbremsen der Bevölkerungsentwicklung.

  • Plus S. 20

    Bevölkerungspolitik aus feministischer SichtBeispiele aus Indien und Afrika

    Bereits Thomas Malthus (1766–1834) und Marquis de Condorcet (1743–1794) erkannten die langfristigen Auswirkungen demographischer Prozesse und ihrer sozialen Folgen und versuchten diese theoretisch wie politisch zu bearbeiten. Die Fortdauer der frühen Gegensätze der beiden zeigt sich in aktuellen Versuchen, bevölkerungspolitisch in das Leben von Familien in Entwicklungsländern einzugreifen. Denn häufig wird dabei zu einseitig technokratisch gedacht ohne die Bedeutung komplexer sozio-kultureller Faktoren mit in Betracht zu ziehen. Es genügt eben nicht, Mengen an Kontrazeptiva zu verteilen, wichtiger ist vielmehr, Frauenbildung zu fördern und einen gesamtgesellschaftlichen Bewusstseinswandel herbeizuführen.

  • Plus S. 27

    Das Städtische als Paradigma des GlobalenSozioökologische Herausforderungen der Urbanisierungsprozesse im 21. Jahrhundert

    Die weltweiten Urbanisierungsprozesse sind mit zahlreichen Herausforderungen verbunden. Sie reichen von Armut und Desintegration bis zur Gefährdung durch den Klimawandel und Naturkatastrophen. Die politische Steuerung der der fortschreitenden Verstädterung stößt allenthalben an ihre Grenzen. Andererseits gibt es in den Megacitys eine starke Nachhaltigkeitsperspektive und viele Ansätze zur praktischen und informellen Vernetzung. Die prekäre Lage in den kaum überschaubaren Ballungsgebieten kann aber nur bewältigt werden, wenn die kaum gesteuerte Selbstorganisation durch langfristige Handlungsstrategien ergänzt wird. Dazu wird es gehören, aus Fehlern der Vergangenheit ebenso zu lernen wie aus bereits bewährten Praktiken anderer Mega-Städte. Es bedarf dazu eines weltweiten Transfers entsprechenden Wissens und einer vorausschauenden, statt nur reagierenden politischen Steuerung.

Arts & ethics

Bericht

  • Plus S. 42

    Gleichheit in der Verschiedenheit – eine gute Botschaft für Frauen und MännerJahrestreffen der Semaines Sociales de France 2012

    Die neue Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen waren Thema der Französischen Sozialwochen vom 22. bis 25. November 2012 in Paris. Gemäß ihrem Selbstverständnis, nicht nur ein Ort der gesellschaftlichen Debatte, sondern auch der Formation aktiver Christen zu sein, wurde den ca. 3000 Teilnehmern ein Programm geboten, das einer Bildungsakademie alle Ehre gemacht hätte. Der erste Tag war dem Überblick gewidmet: Wo stehen wir heute in dem epochalen Prozess der Gleichstellung von Frauen und Männern? Was Soziologen, Historiker, Philosophen, Psychologen hier als Forschungsergebnisse oder persönliche Standpunkte vortrugen, kam – so der Präsident der Sozialwochen, Jerôme Vignon – einer mitunter „heftigen Konfrontation mit der Moderne“ gleich. Auch tagespolitisch war diese Konfrontation in den Beratungen allgegenwärtig. Seit dem 7. November 2012 liegt der Gesetzesentwurf der sozialistischen Regierung zugunsten der „Heirat für alle“ auf dem Tisch, der die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare samt Adoptionsrecht vorsieht.

Dokumentation

Buchbesprechungen