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S. 42
Die neue Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen waren Thema der Französischen Sozialwochen vom 22. bis 25. November 2012 in Paris. Gemäß ihrem Selbstverständnis, nicht nur ein Ort der gesellschaftlichen Debatte, sondern auch der Formation aktiver Christen zu sein, wurde den ca. 3000 Teilnehmern ein Programm geboten, das einer Bildungsakademie alle Ehre gemacht hätte. Der erste Tag war dem Überblick gewidmet: Wo stehen wir heute in dem epochalen Prozess der Gleichstellung von Frauen und Männern? Was Soziologen, Historiker, Philosophen, Psychologen hier als Forschungsergebnisse oder persönliche Standpunkte vortrugen, kam – so der Präsident der Sozialwochen, Jerôme Vignon – einer mitunter „heftigen Konfrontation mit der Moderne“ gleich. Auch tagespolitisch war diese Konfrontation in den Beratungen allgegenwärtig. Seit dem 7. November 2012 liegt der Gesetzesentwurf der sozialistischen Regierung zugunsten der „Heirat für alle“ auf dem Tisch, der die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare samt Adoptionsrecht vorsieht. Von Wilhelm Rauscher