Titelseite Amosinternational 3/2007

Heft 3/2007Zuwanderung und Integration

Inhalt

In einer pluralistischen Gesellschaft sind die Menschen verschieden und sollen doch hinsichtlich ihrer Würde gleich sein. Das ist eine fortwährende Aufgabe für die gesamte Gesellschaft – und eine Herausforderung auch für die Sozialethik.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Zauberformel "Integration"?Sozialethische Sondierungen zur Migrationspolitik

    Integration als neuer Schwerpunkt der deutschen Zuwanderungspolitik ist ein vielschichtiges und spannungsvolles Konzept. Der Beitrag unterscheidet Facetten des Integrationsverständnisses und fragt nach damit verbundenen sozialethischen Problemkernen. Zur normativen Orientierung werden die Kriterien Anerkennung und Beteiligung eingeführt und zentrale Felder der politischen und gesellschaftlichen Umsetzung identifiziert. Aus Gerechtigkeitsgründen darf eine an den Interessen der Einwanderungsgesellschaft orientierte Integrationspolitik nicht von migrationspolitischen und entwicklungspolitischen Aspekten isoliert werden.

  • Plus S. 11

    Das deutsche Zuwanderungsrecht im europäischen KontextAktuelle Situation und sozialtheisch relevante Probleme

    Die EU ist als Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts konzipiert. Ein kritischer Blick auf das Zuwanderungsrecht zeigt jedoch, dass davon hauptsächlich Bürger der EU- und EFTA-Staaten profitieren, während Drittstaatsangehörige unter Generalverdacht stehen und einer Reihe von Restriktionen unterworfen sind − wenn es ihnen überhaupt gelingt, in diesen privilegierten Raum einzudringen. Das Asylrecht wurde bedenklich eingeschränkt, Familiennachzug erschwert und Wirtschaftsmigration weitgehend auf Hochqualifizierte und finanzkräftige Investoren beschränkt, die jedoch wenig attraktive Aufnahmebedingungen vorfinden. Ein solches Migrationsrecht wird weder den betroffenen Menschen noch der Verantwortung gegenüber anderen Staaten oder der demografischen Entwicklung der EU gerecht.

  • Plus S. 18

    Integration durch Bildung?Herausforderungen für Schule und berufliche Bildung

    Die Gruppe der Migrant/inn/en in Deutschland ist heterogen, und entsprechend vielfältig sind die Problemlagen, mit denen sie konfrontiert sind. Was sie allerdings verbindet, ist ihre Relation zur Aufnahmegesellschaft in der Frage der Integration: Denn Integration wird in Deutschland nach wie vor in erster Linie als Bringschuld der Zugewanderten begriffen, weniger als genuine Inklusionsaufgabe der gesamten Gesellschaft. Dieses asymmetrische Verständnis von Integration spiegelt sich nicht nur in dem unausgewogenen Verhältnis von Integrationsforderungen und Integrationsangeboten, sondern schlägt sich auch in Formen struktureller Diskriminierung in den Bildungsinstitutionen nieder. Damit Bildung ihr Integrationspotenzial entfalten kann, sind grundlegende Veränderungen notwendig, die nicht nur den Bereich der Bildung im engen Sinne betreffen, sondern ebenso den Bereich der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Innenpolitik: Integration durch Bildung setzt eine umfassendere gesellschaftliche Integration voraus.

  • Plus S. 25

    Integration gestaltenLeitbilder und Kriterien einer verantwortlichen Integrationspolitik

    Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit den theologisch-ethischen Grundlagen der Migrantenintegration und diskutiert aktuelle Fragestellungen der Zuwanderungspolitik in Deutschland (Integrationskurse, Staatsangehörigkeitsrecht, Familienpolitik etc.). Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Integration nicht eine einseitige Anpassungsleistung der Zuwanderer ist, sondern auf die Bereitschaft auch der Angehörigen der Aufnahmegesellschaft angewiesen ist, Zuwanderung und Integration so zu gestalten, dass sie die berechtigten Interessen aller Beteiligten achtet. Ethisch verantwortete rechtliche Rahmenbedingungen und die Integration der Zuwanderer in die Alltagskultur der Aufnahmegesellschaft müssen sich dabei gegenseitig ergänzen.

  • Plus S. 34

    "Ein widerspenstiges Einwanderungsland"Interview mit Helena Flam über Diskriminierung und Integration von Migrant/inn/en in Deutschland

    Helena Flam leitete von 2002 bis 2006 den deutschen Teil eines von der EU geförderten Acht-Länder-Forschungsprojektes zur Diskriminierung von Migranten. Die umfangreichen Ergebnisse (u. a. zu Schule, Arbeitsmarkt, Parteien) sind seit kurzem veröffentlicht in dem Buch „Migranten in Deutschland: Statistiken – Fakten – Diskurse, Universitätsverlag Konstanz 2007“. Das folgende Gespräch nimmt Bezug auf diese Forschungsergebnisse. Es geht zunächst um allgemeine Fragen: In welcher Weise hat sich der Umgang mit Zuwanderern in Deutschland während der vergangenen Jahre gewandelt? In welchem Umfang finden sich auch heute noch diskriminierende Einstellungen? Welche Gegebenheiten sind dem Integrationsziel förderlich, welche sind hinderlich? Gibt es überhaupt eine konsensfähige Leitidee von Integration? Wie kann es gelingen, die demokratischen Beteiligungsmöglichkeiten für Zugewanderte zu verbessern? Der letzte Teil des Gesprächs thematisiert die institutionellen Formen der schulischen Diskriminierung von Migrantenkindern und nennt Perspektiven für die notwendige Reform.

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