Plus
S. 18
Die Gruppe der Migrant/inn/en in Deutschland ist heterogen, und entsprechend vielfältig sind die Problemlagen, mit denen sie konfrontiert sind. Was sie allerdings verbindet, ist ihre Relation zur Aufnahmegesellschaft in der Frage der Integration: Denn Integration wird in Deutschland nach wie vor in erster Linie als Bringschuld der Zugewanderten begriffen, weniger als genuine Inklusionsaufgabe der gesamten Gesellschaft. Dieses asymmetrische Verständnis von Integration spiegelt sich nicht nur in dem unausgewogenen Verhältnis von Integrationsforderungen und Integrationsangeboten, sondern schlägt sich auch in Formen struktureller Diskriminierung in den Bildungsinstitutionen nieder. Damit Bildung ihr Integrationspotenzial entfalten kann, sind grundlegende Veränderungen notwendig, die nicht nur den Bereich der Bildung im engen Sinne betreffen, sondern ebenso den Bereich der Sozial-, Arbeitsmarkt- und Innenpolitik: Integration durch Bildung setzt eine umfassendere gesellschaftliche Integration voraus. Von Katja Neuhoff