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Das Tübinger Modell: Zum Beitrag Kann eine Eingewöhnung scheitern?
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kindergarten heute Bonustrack: „Im Endeffekt war die Eingewöhnung ganz anders als erwartet“
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Statement 1: Ah, vielleicht ist es doch einfach ein Tacken zu früh. Ich habe schnelles Gefühl gehabt, ich mache eigentlich ein Praktikum in der Kita. Im Endeffekt war die Eingewöhnung dann aber ganz anders als erwartet. Das ist mir allerdings erst aufgefallen, als wir die Eingewöhnung schon gestartet hatten. Das hätte ich im vorne rein doch irgendwie nicht gedacht. Das ist blöd gelaufen, hat aber trotzdem am Ende funktioniert.
Intro: Der Kindergarten heute Bonustrack Fachmagazin.
Karen Sachse (kindergarten heute): Die Eingewöhnung eines neuen Kindes in die Kita steht bevor. Pädagogische Fachkräfte benötigen dafür entsprechende fachliche und persönliche Kompetenzen sowie Erfahrung in der Gestaltung und dem Aufbau von Beziehungen. So wird sichergestellt, dass sich sowohl Kind als auch Bezugsfachkraft wohlfühlen. Was aber brauchen die begleitenden Eltern und Bindungspersonen in diesem Prozess? Wie erleben Sie die Eingewöhnung? Was ging in ihnen vor? Wir haben ein Stimmungsbild eingeholt.
Statement 2: Ja, da einfach wieder reinzukommen in den Alltag und und eben auch zu überlegen, wie das Kind das alles mitmacht, ob es gut aufgehoben ist, ob es Spaß hat, ob es einen sehr vermisst. Äh, das sind so die Sorgen, die einem natürlich durch den Kopf gehen. Das ist, glaube ich, so die typischen Sorgen waren eben die erste Trennung vom ersten Kind. Das ist ja eben nicht nur für das Kind oft ein Problem, sondern auch für die Eltern.
Karen Sachse: Meistens drehen sich die Sorgen der Eltern vor allem um den Ablauf der Eingewöhnung oder wie der neue Alltag erlebt wird. Doch auch Um die Situation des Kindes wird sich Gedanken gemacht.
Statement 3: Da unsere Tochter eher anhänglich war und die Tendenz hatte zu fremdeln, haben wir uns schon Sorgen gemacht, ob die Eingewöhnung überhaupt funktioniert. Ich hätte mir jemand erfahreneren gewünscht an dieser Stelle und auch mehr Schutz für den Kleinen, wobei das wahrscheinlich einfach auch anders hätte gar nicht klappen können.
Karen Sachse: Sorgen und Wünsche gehen viel einher mit der Erwartungshaltung an den Eingewöhnungsablauf. Also, was hast du erwartet, was auf dich zukommt?
Statement 4: Zunächst, dass es nicht so eine, wie soll ich sagen, so ein altes Erziehungsmodell ist, wo einfach noch so eine so eine härtere Pädagogik gelebt wird, wie das in der Generation vor uns der Fall war oder weit verbreitet war, sage ich zumindest mal so, dass ich da einfach ein bisschen was, das ist schon eine moderne Kita ist, im Gedanken von die Kinder ein bisschen freier zu erziehen. Das nächste, meine Erwartung war gutes Essen. Das ist ausgew es und auch […] überwiegend vegetarisches Essen dort gab.
Karen Sachse: Eine Erwartung von Eltern ist demnach häufig, dass die Kita den eigenen Werte und Normenvorstellungen entspricht. Aber auch allgemeine Informationen zum Ablauf der Eingewöhnung und der Organisation in der Kita sind wichtig.
Statement 5: Die Eingewöhnung in unserer Krippe lief nach dem Münchner Modell. Die Info, die wir bei dem Aufnahmegespräch dazu erhalten haben, war, dass wir anfangs gemeinsam, also er und ich, in die Grippe gehen und dann nach ca. einer Woche, je nachdem, wie das wie er das mitmacht, die Zeit mit der Trennung starten und dann die Zeit der Trennung auch steigern werden, relativ flexibel, so wie er das annimmt und sich wohlfühlt. Normalerweise sollte so eine Eingewöhnung ja ca. 6 Wochen gehen, wenn es eher schlecht läuft, vielleicht auch 8 Wochen, aber normalerweise ist in 6 Wochen die Eingewöhnung in die Kita erledigt und das braucht sie auch, weil einfach viel Neues auf die Kinder einprasst und weil man das ja ganz behutsam und langsam macht, Stück für Stück.
Karen Sachse: an das Verhalten des Kindes oder an die eigene Rolle gibt es auch bestimmte Erwartungshaltungen.
Statement 6: Ich habe erwartet, dass es total reibungslos funktioniert. Mein Kind ist total offen und ist gerne auch bei anderen Leuten. Also ist nicht super fixiert auf uns Eltern.
Statement 7: Wir hätten erwartet, dass sie sich schlechter trennt und vor allem später beruhigt. Mit Schnuller ist es aber innerhalb von Minuten gelungen.
Karen Sachse: Auch das Finden der eigenen Rolle im Eingewöhnungsprozess war eine Herausforderung.
Statement 8: Im Endeffekt kann ich sagen, dass ich mir als begleitendes Elternteil gerne klarere Anweisungen gewünscht hätte und auch das erwartet habe eigentlich. Ich habe eigentlich gedacht, dass ich je nach Phase der Eingewöhnung mitgeteilt bekomme von den Erzieherinnen, wo ich mich irgendwie aufhalten soll, ob ich mitgehe, sobald das Kind den Raum wechselt mit der betreuenden Erzieherin einfach was meine Rolle, was meine Aufgabe ist.
Karen Sachse: Okay, dann haut mal raus. Wie lief's?
Statement 9: Die Eingewöhnung habe ich eigentlich als ziemlich harmonisch erlebt. So große Bau stellen oder riesige Steine im Weg hatten wir eigentlich nicht. Also insgesamt lief das ganz gut. Ich habe auch den Großteil der Eingewöhnung gemacht, weil es glaube ich einfacher war äh Mama zu Hause tschüss zu sagen und mir in der Kita tschüss zu sagen.
Statement 10: Zwar im Großen und Ganzen gut geplant, aber leider ist die Erzieherin, die mit der Eingewöhnung angefangen hat, nach einer Woche erkrankt, so dass eine andere Fachkraft übernehmen musste.
Karen Sachse: Krankheiten und Fehlzeiten können leider immer wieder dazwischen kommen, aber wie kann es auch laufen?
Statement 11: Die zweite Eingewöhnung, die ist wirklich im Gegensatz zu ersten sehr schlecht gelaufen, glaube ich aus verschiedenen Faktoren. Erstens meine Ängste, weil er doch eben noch so klein war, dann eben auch Charakter geschuldet, dem kleinen der einfach auch doch viel schlechter sich abgenabelt hat von zu Hause und dann noch die Unsicherheit der Erzieherin oben drauf, die nicht richtig wusste , wie man ihn da gut abholen kann. Und es war so, dass das Ganze ziemlich nervenaufreibend war, weil die Eingewöhnung sich am Ende über vier Monate gezogen hat.
Karen Sachse: Die Dauer der Eingewöhnung kann also im Einzelfall stark variieren. Wie ist deine Erfahrung?
Statement 12: Wir haben im Endeffekt wirklich 3 Monate gebraucht, bis die Eingewöhnung abgeschlossen war und ich habe sie bestimmt zwei Monate dann einfach nur von 9 bis 11 da gehabt. Als sie bereit war dort zu schlafen, hat es sofort funktioniert. Sie war quasi sicher genug, bevor wir diesen Schritt gegangen sind, dass sie dort schläft, dass sie dann ab dann immer dort geschlafen hat. Also Da mussten wir nicht noch mal zurückrudern.
Karen Sachse: Und hier trotz unklarer Rollenvorgabe, wie lief es bei euch?
Statement 12: Ich habe einfach nur gemerkt, dass das eine, dass ich das am Anfang nicht erwartet hätte, dass das eigentlich das Thema ist, was mich in der Eingewöhnung beschäftigt hat, dadurch, dass mein Sohn sich die ganze Zeit sehr wohlgefühlt hat und ich mich um ihn keine Sorgen gemacht habe und auch jetzt keine Sorgen mache, sondern eher roh und stolz finde ihn zu sehen, wie er sich da selbständig bewegt und anfängt mit anderen Kindern zu spielen und die Räume zu entdecken.
Karen Sachse: Gab es Schwierigkeiten?
Statement 13: Die einzigen Schwierigkeiten war, dass wir eine relativ wechselnde Zeit am Anfang hatten und dadurch leider immer wieder an die Person gegangen gekommen ist, die jetzt bald dann irgendwie die Kita verlassen hat. Das heißt, letztendlich hat sein Bezugserzieher am Anfang recht regelmäßig gewechselt und dann war da so ein bisschen so ein hin und her vier, fünf Mal sozusagen da mal eine Konstante auf von Bezugserzieher-Seite da war und das war so ein bisschen ärgerlich. Oben drauf kam noch dazu, dass wir eine Erzieherin hatten, die eben ganz frisch noch war und gerade erst angefangen hatte und in meinen Augen sehr unsicher war. Eine ganz liebe Person, aber war halt selber unsicher und dann mit diesem kleinen Kind.
Karen Sachse: Schwierigkeiten, was die Personalsituation angeht, kennen also einige Eltern. Aber wie sieht es mit dem Wohlbefinden der Kinder aus?
Statement 14: Mein Kind hat sehr viel Trennungsängste gehabt, hat viel geweint. und auch richtig doll geweint, aber ich habe mich immer gut aufgehoben gefühlt. Die Erzieherin hat sie einfach viel auf dem Arm gehabt. Sie meinte, dann ist es in Ordnung. Irgendwann hat sie sich bei ihr immer beruhigt, aber sie konnte sie quasi nicht absetzen. Es war sehr, sehr langwierig.
Statement 15: Ich war mir ganz unsicher über meine Rolle bei der ganzen Eingewöhnung, ob ich mit den Erzieherin sprechen soll, damit mein Sohn merkt, dass ich mich mit den verstehe, dass ich den vertraue, dass er sich auch das irgendwie vertrauenswürdige Menschen sind oder dass er auch, dass er die Sicherheit hat im Umgang mit denen ab dem Punkt, an dem ich mich oder sehr schnell dann auch zurück zurückgezogen habe und mich rausgehalten habe aus allem, war ich mir dann auch nicht sicher, ob ich mich unsichtbar machen soll, ob ich so tun sollte, als wäre ich nicht da. Das hat nämlich für mich nicht funktioniert.
Karen Sachse: Es gab im Verlauf der Eingewöhnung also einige Ups and Downs. Wurdet ihr denn gut begleitet?
Statement 16: Bei der Eingewöhnung kam es so rüber, als würden die Fachkräfte die Sorgen der Kinder sehen und ernst nehmen. Das Klima in der Kita hat uns geholfen, uns wohl zu fühlen und wir haben uns auch nie alleine lassen gefühlt.
Statement 17: Also was ich wirklich positiv fand, war also, dass wir uns Zeit gelassen haben, dass es in Ordnung war, dass wir nach dem Kind geschaut haben, und nicht nach einem Protokoll, nach einem Zeitprotokoll, wie es zu sein hat. Und dass mir auch also auch gesagt wurde, dass es einfach mein Kind ein Kind ist, was einfach seine Gefühle sehr stark ausdrückt und deswegen erscheint es vielleicht so, dass es ihm schwerer fällt als anderen Kindern, aber es gibt einfach verschiedene Typen von Kinder und der Hintergrund wurde mir von den Erziehern gut erklärt. und es wurde gut gedeutet und wirklich aufs Kind geachtet. Auf dem Laufenden gehalten zu werden und in den Prozess einbezogen zu werden ist also ganz wichtig.
Statement 18: Ja, was mir geholfen hat, ist, dass wir kein Druck ausgeübt wurde, dass ich mir auf jeden Fall genug Zeit genommen habe. Also ich hatte einfach gar keinen Zeitdruck von der Arbeit her.
Statement 19: Das Fachpersonal hat uns jeden Tag an die Hand genommen und mit allen Themen abgeholt. Wir mochten auch die klaren Anweisung und gesagt zu bekommen, wie wir uns zu verhalten haben.
Statement 20: Wir haben uns beide oder ich habe mich sehr wohl gefühlt, ich war froh auch zu ein tiefen Einblick in die Krippe und deren Abläufe zu bekommen, die Erzieherin alle mitzubekommen. und es hat mir eine große Sicherheit gegeben, weil ich am Anfang noch keine Vorstellungen hatte, wie einfach so ein Ablauf in der Krippe ist und ein Vertrag wieder stattfindet.
Karen Sache: Eine Eingewöhnung kann also auf vielfältige Weise ablaufen. Wichtig ist, dass alle Beteiligte an die Hand genommen werden und sich wohlfühlen können.
Outro: Einschalten, neugierig werden, verstehen. Unser Hörerlebnis Bonustrack von Kindergarten heute schenkt Ihnen unerwartete Einblicke. Exklusiv und kostenlos.