Der Osterfestkreis bezeichnet im Kirchenjahr den Zeitraum, der ganz auf das Osterfest als Zentrum des christlichen Glaubens ausgerichtet ist. Er umfasst die Vorbereitungszeit auf Ostern, die Feier der Kartage und des Osterfestes sowie die anschließende Osterzeit bis Pfingsten. Inhaltlich steht in diesem Abschnitt des Kirchenjahres das Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu Christi im Mittelpunkt.
Der Osterfestkreis beginnt mit dem Aschermittwoch und der Österlichen Bußzeit (Fastenzeit), die vierzig Tage dauert und der geistlichen Vorbereitung auf das Osterfest dient. In dieser Zeit sind die Gläubigen besonders zu Umkehr, Gebet und tätiger Nächstenliebe eingeladen. Den Höhepunkt dieser Vorbereitung bilden die Drei Österlichen Tage (Triduum Sacrum) vom Abend des Gründonnerstags über den Karfreitag und den Karsamstag bis zur Feier der Osternacht.
An das Osterfest schließt sich die fünfzigtägige Osterzeit an, die als eine einzige große Festzeit verstanden wird. Sie reicht von Ostern bis zum Pfingstfest und entfaltet die Freude über die Auferstehung Christi. In ihr feiert die Kirche zugleich die Erscheinungen des Auferstandenen, seine Himmelfahrt und schließlich die Sendung des Heiligen Geistes an Pfingsten. Der Osterfestkreis bildet damit den wichtigsten Festzusammenhang des gesamten Kirchenjahres.
Manuel Uder, Trier