Lateinische Liturgiefamilie

Die lateinische Liturgiefamilie bezeichnet die Liturgien der westlichen Kirche, die sich in lateinischer Sprache entwickelt haben. Sie wird von den Liturgien der Ostkirchen unterschieden, die aus anderen kulturellen und sprachlichen Traditionen hervorgegangen sind, etwa aus dem griechischen, syrischen oder koptischen Bereich. Kennzeichnend für die lateinische Liturgiefamilie sind gemeinsame Grundstrukturen der Gottesdienste sowie eine lange gemeinsame Entwicklung innerhalb der Kirche des lateinischen Westens.

Im ersten Jahrtausend des Christentums gab es im Westen mehrere regionale Liturgietraditionen. Neben der römischen Liturgie existierten etwa die nordafrikanische Liturgie, die altspanische Liturgie (auch westgotisch oder mozarabisch genannt), gallisch-fränkische Formen sowie liturgische Traditionen im keltischen Raum. Diese Feiern unterschieden sich in einzelnen Gebeten, Riten und liturgischen Ordnungen, standen aber in enger Verbindung miteinander.

Seit der Karolingerzeit setzte sich zunehmend die römische Liturgie durch. Durch kirchliche Reformen und politische Einflüsse wurde sie im Laufe des Mittelalters in weiten Teilen Westeuropas zur maßgeblichen Form der Liturgie. Neben ihr konnte sich vor allem die Ambrosianische Liturgie – benannt nach dem heiligen Ambrosius, Bischof von Mailand im 4. Jahrhundert – bis heute erhalten. Sie wird noch in vielen Ort des Erzbistums Mailand, in angrenzenden Gebieten und in manchen Pfarreien des Bistums Lugano (Schweiz) gefeiert.

Manuel Uder, Trier
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