Kelch

Der Kelch ist das liturgische Gefäß, das in der Messfeier den Wein aufnimmt, der im Eucharistischen Hochgebet zum Blut Christi wird. Das Wort „Kelch“ geht auf das lateinische calix zurück und bezeichnet allgemein einen Trinkbecher oder Pokal. In der Liturgie steht der Kelch in enger Verbindung mit dem letzten Mahl Jesu mit seinen Jüngern, bei dem Jesus den Kelch mit Wein reichte und ihn als Zeichen des neuen Bundes deutete (vgl. etwa 1 Kor 11,25).

In der Eucharistiefeier wird der Wein zusammen mit etwas Wasser in den Kelch gegeben und auf dem Altar bereitet. Während des Hochgebets wird der Kelch erhoben, wenn der Priester die Einsetzungsworte über den Wein spricht. In manchen Gemeinden oder zu bestimmten Anlässen empfangen die Gläubigen heute neben der Hostie auch den konsekrierten Wein aus dem Kelch und nehmen so an beiden eucharistischen Gestalten teil (Kelchkommunion).

Nach den liturgischen Ordnungen der katholischen Kirche soll der Kelch aus würdigem und haltbarem Material gefertigt sein. Traditionell wurde dafür Edelmetall verwendet; auch andere hochwertige Materialien sind möglich, sofern sie als kostbar und geeignet gelten. Die genauen Bestimmungen können von den Bischofskonferenzen für ihre jeweiligen Regionen präzisiert werden. Auch die Form des Kelches ist nicht einheitlich festgelegt und hat sich im Lauf der Geschichte verändert. Bevor ein Kelch erstmals im Gottesdienst verwendet wird, wird er gesegnet. Eine entsprechende Segensfeier ist – ebenso wie für die Hostienschale (Patene) – im Benediktionale, dem liturgischen Buch für Segnungen, vorgesehen.

Manuel Uder, Trier

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