Ob in Lebensübergängen, in Krisen oder bei gemeinschaftlichen Anlässen: Segensfeiern machen erfahrbar, dass das Leben unter Gottes Zusage steht. Damit ein künftiges Benediktionale diese Praxis gut unterstützen kann, wird es derzeit neu erarbeitet (vgl. Gd 23–24/2025, S. 261–262).
Eine Arbeitsgruppe entwickelt hierfür im Auftrag der Bischofskonferenzen im deutschen Sprachgebiet eine Vielzahl von Formularen für unterschiedliche Anlässe. Ein zentrales Ziel ist eine liturgisch stringente, theologisch tragfähige und zugleich zeitgemäße Sprache. Damit das neue Buch in der Praxis trägt, sollen einige Feiern schon während der Entstehung erprobt werden.
In den kommenden Ausgaben der Zeitschrift Gottesdienst und auf dieser Website (Startseite – „Auf dem Weg zu einem neuen Benediktionale“) werden deshalb ausgewählte Gottesdienstbausteine und -modelle veröffentlicht.
In diesem Heft steht die Segnung von Kranken im Mittelpunkt. Krankheit verändert den gewohnten Alltag, sie konfrontiert den Menschen mit der Zerbrechlichkeit des Lebens und der Tatsache, dass nicht alles im Leben planbar ist. Neben der Krankensalbung und der Krankenkommunion kennt die Kirche auch die Segnung in Krankheit, in der sie den Menschen Gottes Nähe zuspricht..
Als Liturgin oder Liturge sind Sie eingeladen, die unten aufgeführten Elemente in Ihrer Gemeinde oder Gemeinschaft auszuprobieren und Ihre Erfahrungen rückzumelden:
- Wie gut lässt sich die Vorlage in der Praxis einsetzen?
- Wie erleben Sie Sprache und Aufbau der Texte?
- Wo sehen Sie Stärken – und wo Verbesserungsmöglichkeiten?
Ihre Rückmeldungen sind ein wertvoller Beitrag für die Weiterentwicklung des neuen Benediktionale. Über einen QR-Code bzw. Link zur Onlineumfrage (siehe am Ende des Modells) können Sie Ihre Einschätzung unkompliziert mitteilen.
Im Folgenden sind nur Teile der Segensfeier abgedruckt. Die vollständige Fassung kann am Ende des Beitrags als PDF-Datei heruntergeladen werden.
Vorbereitung
Die Segnung kann als Einzelsegnung oder in einer gemeinsamen Feier in der Kirche, an anderen Orten (Krankenhaus, Seniorenheim, Einrichtungen der ambulanten Seniorenbetreuung, Wallfahrtsorte), in der Familie oder Hausgemeinschaft stattfinden. Ein möglicher Anlass für eine Gemeinschaftsfeier ist der Welttag der Kranken am 11. Februar und in der Schweiz der Krankensonntag am ersten Sonntag im März.
Vorzubereiten sind
- in einem außerliturgischen Raum: Kreuz, Kerzen, Blumen;
- Lektionar oder Bibel;
- Gesangbücher;
- ggf. Weihwasser.
Einführung
Die Leitung führt mit folgenden oder ähnlichen Worten in die Feier ein:
[Liebe Schwestern und Brüder,] [liebe Frau N. N. / Herr N. N.,] Wir sind heute hier, weil Sie krank sind. Diese Situation bewegt uns und wirft Fragen und Sorgen auf. Gerade in Zeiten der Krankheit erfahren wir, dass Gesten mehr bewirken können als Worte. Eine solche wirksame Geste ist auch der Segen. Er zeigt: Gottes Liebe umhüllt uns vom Scheitel bis zur Sohle, von Kopf bis Fuß. – Im Vertrauen darauf, dass Christus uns nahe ist, wenden wir uns an ihn und bitten um Stärkung und Begleitung.
Segnung
Lt kann die Angehörigen einladen, als Zeichen der Unterstützung und Nähe eine Hand auf die Schulter des/der Kranken zu legen oder dessen/deren Hand zu halten.
- Gebetseinladung:
Lt lädt mit folgenden oder eigenen Worten zum Gebet und zur Segnung ein:
[Schwestern und Brüder,] Gott ist bei uns, auch in Zeiten der Krankheit. In einem Moment der Stille bringen wir vor ihn, was uns jetzt bewegt.
FORM A:
Lt: Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt.
– (Kantor/in/)Alle: Zu dir, o Gott, erheben wir die Seele mit Vertrauen. (Melodie GL 142/KG 46 – Notenzeile 1–2)
Lt: Du hast uns ins Dasein gerufen.
– (K/)A: Zu dir, o Gott, erheben wir …
Lt: In deinen Händen liegt unser Leben.
– (K/)A: Zu dir, o Gott, erheben wir …
Lt: Du hast deinen Sohn Jesus als Heiland der Kranken gesandt.
– (K/)A: Zu dir, o Gott, erheben wir …
Lt: Du schenkst uns Trost und Ruhe.
– (K/)A: Zu dir, o Gott, erheben wir …
Lt: Du bist das Ziel unseres Lebens.
– (K/)A: Zu dir, o Gott, erheben wir …
oder FORM B:
- Litanei von der Gegenwart Gottes (GL 557/Kurzfassung: Feierbuch 11A)
- oder Bruder-Klausen-Litanei (Feierbuch 11B)
- oder Jesus-Litanei (GL 561/Feierbuch 11E)
[Feierbuch = Die Wort-Gottes-Feier am Sonntag; hg. vom Liturgischen Institut in Freiburg/Schweiz im Auftrag der Bischöfe der deutschsprachigen Schweiz, Regensburg 32021, S. 33 f.]
FORM A für mehrere Kranke:
Lt: Treuer Gott, in dir leben wir, in dir bewegen wir uns und sind wir. Wir bitten dich:
Segne + unsere Kranken, die sich dir in dieser Stunde anvertrauen.
Sei ihnen nahe und tröste sie durch deine Gegenwart.
Stärke sie durch dein Wort [und Sakrament].
Richte sie auf und schenke ihnen Kraft durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn.
– A: Amen.
Im Anschluss an das Segensgebet können die Kranken einzeln gesegnet werden. Dies kann durch Handauflegung auf den Kopf oder/und ein Kreuzzeichen (ggf. mit Weihwasser) auf die Stirn oder in die Hand geschehen. Während der Segnung kann Musik oder Gesang erklingen, z. B. Gott wohnt in einem Lichte (GL 429/KG 181, Str. 1–5).
oder FORM B für eine/n Kranke/n:
Lt: Treuer Gott, in dir leben wir, in dir bewegen wir uns und sind wir. Wir bitten dich:
Segne + N. N., der [die] sich dir in dieser Stunde anvertraut.
Sei ihm [ihr] nahe und tröste ihn [sie] durch deine Gegenwart.
Stärke ihn [sie] durch dein Wort [und Sakrament].
Richte ihn [sie] auf und schenke ihm [ihr] Kraft – durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Bruder und Herrn.
– A: Amen.
Dem/der Kranken kann ein Kreuzzeichen (ggf. mit Weihwasser) auf die Stirn oder in die Hand gezeichnet werden.