Orationen für Gottesdienste mit Kindern. Tagesgebete, Gabengebete, Schlussgebete und Segensworte, Trier: VzF Deutsches Liturgisches Institut 2026; 98 S.; 12,80 €; Bestell-Nr. 5552
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Für Messfeiern mit Kindern können die Vorstehergebete unter Beibehaltung ihrer liturgischen Funktion und Ästhetik sowie ihres wesentlichen Inhalts dem Verständnis der feiernden Kinder angepasst werden (vgl. Direktorium für Kindermessen, Nr. 50–52). Ziel ist es, ihnen das aktive Mitfeiern und das Mitvollziehen der Gebete zu ermöglichen, die zwar Gebete der Kirche als Ganze sind, aber auch zu Gebeten der je konkreten Feiergemeinschaft werden sollen. Für die Anpassungen der Orationen gibt es zwei Möglichkeiten:
- Für Kinder geeignetere Tagesgebete können unter Beachtung der liturgischen Zeit ausgewählt werden. Das Messbuch bietet Tagesgebete zur Auswahl, teils in einer moderneren (aber nicht immer kindgemäßen) Sprache (vgl. Messbuch, S. 305–320). Weitere Tagesgebete, die stärker die Verkündigungstexte der Sonntage in den drei Lesejahren berücksichtigen (aber auch nicht im Blick auf feiernde Kinder formuliert sind), bietet: Wort-Gottes-Feier. Werkbuch für die Sonn- und Festtage, Trier 2004/2019, S. 76–168.
- Eine weitere Möglichkeit ist das Umformulieren der vorgesehenen Messbuchorationen. „Dabei ist jedoch die Funktion und in etwa auch der wesentliche Inhalt zu erhalten und alles zu vermeiden, was mit der literarischen Art der Amtsgebete nicht vereinbar ist, wie zum Beispiel moralisierende Aufforderungen und kindische Redeweise“ (Direktorium für Kindermessen, Nr. 51).
Die nun vorliegende Publikation setzt die zweite Möglichkeit um und bietet erstmals eine vollständige Sammlung von umformulierten, dem Verständnis von Kindern im Grundschulalter angepassten Orationen. Darüber hinaus bietet sie Vorschläge für Segensworte zum Gottesdienstabschluss sowie je einen Vorschlag für ein Allgemeines Schuldbekenntnis und ein sonntägliches Taufgedächtnis im Eröffnungsteil von Eucharistiefeiern.
Eine Arbeitsgruppe des „Netzwerks Kindergottesdienst- katholisch“ hat – ausgehend von den Messbuchtexten – die einzelnen Vorschläge erarbeitet. Leitend waren dabei liturgietheologische und entwicklungspsychologische Gesichtspunkte. Ziel der Anpassungen sollte eine kindgemäße und zugleich liturgisch besondere Sprache sein, basierend auf Aussagen der Bibel, theologisch wahrhaftig und zugleich konkret bildreich. Denn Gebete brauchen eine rituelle Sprache, die sich von der Alltagssprache unterscheidet; diese bringt ja auch etwas Besonderes ins Wort: die Beziehung zu Gott. Dennoch ist der Sprachstil einfach und es überwiegen verbale Satzstrukturen. Wichtig war außerdem, dass in den Gottesanreden und -aussagen ein weites und vielfältiges Gottesbild zur Sprache kommt und Kindern damit ein Repertoire an Worten auch für das persönliche Beten angeboten wird, das dem biblischen Gottesbild entspricht und auch geeignet ist, krisenhafte Glaubenserfahrungen beim Heranwachsen zu überdauern (was die oft verwendete Anrede „lieber Gott“ nicht kann). Für die theologisch schwierigen und nicht kindgemäßen Gebetsschlüsse des Messbuchs gibt es verschiedene Varianten.
Liturgische Gebete sollen sich öffnen wie Räume, in denen alle Versammelten Gott und Christus begegnen können. Dazu trägt neben den Formulierungen der Gebetstexte auch ganz entscheidend ein stimmiger und integrierender Gebetsvollzug durch den Vorbetenden bei. Er sollte
- Raum schaffen für die Gegenwart Gottes, z. B. durch Körperhaltungen (Hände falten, Hände ausbreiten, Hände auf das Herz legen, Augen schließen, tief Atmen …) und durch stimmiges Agieren im Raum, d. h. Einladungen an die Versammelten, Gebete an Gott (zum Altar, nach Osten, zur Osterkerze, …);
- alle zum Beten einladen und sich dessen bewusst sein, dass alle mitbeten;
- in einen angemessenen Moment der Stille führen, in der persönliches Beten möglich ist;
- langsam und deutlich sprechen, so dass alle gut hören und mitbeten können;
- selbst wirklich beten (und nicht nur „vorlesen“);
- das gemeinsame zustimmende „Amen“ vorbereiten und dabei alle mitnehmen.
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Dipl.-Theol. Iris Maria Blecker-Guczki, DLI, Trier