Am Tisch des HerrnNeue Literatur zur Theologie der Eucharistie im Spiegel von Ökumene und Bibel

Josef Freitag/Thomas Söding/Wolfgang Thönissen (Hg.): Kirche – Eucharistie – Gewissen. Eine katholische Orientierung im ökumenischen Horizont (Quaestiones disputatae 340), Freiburg i. Br.: Verlag Herder 2024; 296 S.; 52,00 €; ISBN 978-3-451-02440-5
Der Sammelband dokumentiert und vertieft eine der wohl sensibelsten gegenwärtigen Fragen der Ökumene: die Möglichkeit gegenseitiger Teilnahme an Eucharistie und Abendmahl. Ausgehend vom Votum „Gemeinsam am Tisch des Herrn“ des Ökumenischen Arbeitskreises evangelischer und katholischer Theologinnen und Theologen (ÖAK) von 2019 (vgl. Gd 22/2020, S. 249–251) und den darauf folgenden lehramtlichen Reaktionen versammelt der Band Beiträge einer Paderborner Fachtagung (2022), die vor allem der innerkatholischen Urteilsbildung unter Einbeziehung ökumenischer Perspektiven dient. In klarer Gliederung werden drei zentrale Themenfelder entfaltet: das Verhältnis von Kirche, Eucharistie und Amt; die Spannung von Einheit und Vielfalt in der Liturgie sowie die Rolle des persönlichen Gewissens. Katholische Positionen, kritische Rückfragen und ökumenische Repliken treten bewusst in Rede und Widerrede. So entsteht kein vorschneller Konsens, wohl aber ein differenziertes Panorama der Argumente, das theologische und pastorale Ansprüche ins Wort bringt. Der Band ist somit eine anspruchsvolle, aber gut strukturierte Grundlage für alle, die sich fundiert und verantwortet mit der Frage eucharistischer Gastfreundschaft auseinandersetzen wollen.

Hubert Frankemölle: Brotbrechen. Glauben mit den Emmausjüngern, Freiburg i. Br.: Verlag Herder 2025; 414 S.; 36,00 €; ISBN 978-3-451-02496-2
Der Autor legt eine exegetisch fundierte Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Glaubenskrise in Westeuropa vor. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass traditionelle Deutungen von Glaube, Erlösung und Eucharistie für viele Menschen ihre Plausibilität verloren haben. Dem stellt das Buch eine Rückbesinnung auf biblische Ursprünge entgegen, insbesondere auf das lukanische Motiv des „Brotbrechens“ als verdichteter Ausdruck von Christuserkenntnis, Gemeinschaft und solidarischer Lebenspraxis. Nach einer Analyse theologischer, soziologischer und historischer Ursachen des Glaubensverlustes entfaltet der Autor, was „glauben“ im biblischen Sinn bedeutet. Auslegungen neutestamentlicher Texte – vor allem von Paulus, Lukas und Johannes – werden mit unterschiedlichen Erlösungsmodellen verbunden. Kritisch hinterfragt wird eine einseitige Fixierung auf den Kreuzestod Jesu; demgegenüber wird eine stärker lebensbezogene, relationale und sozialethische Perspektive profiliert. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den neutestamentlichen Deutungen des letzten Mahles Jesu und ihrer frühchristlichen Rezeption. „Brotbrechen“ erscheint dabei weniger als kultisches Ritual denn als Zeichen einer Lebensform in der Nachfolge Jesu. Diese Sicht wird bis in gegenwärtige kirchliche und ökumenische Debatten hinein weitergeführt. – Lesenswert!

Dr. Manuel Uder, DLI, Trier

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Am Tisch des Herrn: Neue Literatur zur Theologie der Eucharistie im Spiegel von Ökumene und Bibel
Josef Freitag/Thomas Söding/Wolfgang Thönissen (Hg.)

Reihe „Quaestiones disputatae“, Bd. 340; Freiburg i. Br.: Verlag Herder 2024; 296 S.; 52,00 €; ISBN 978-3-451-02440-5

Am Tisch des Herrn: Neue Literatur zur Theologie der Eucharistie im Spiegel von Ökumene und Bibel
Hubert Frankemölle

Freiburg i. Br.: Verlag Herder 2025; 414 S.; 36,00 €; ISBN 978-3-451-02496-2