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S. 39
Solidarität ist im politischen Diskurs der EU allgegenwärtig – insbesondere in Krisen wie der Eurokrise, der COVID-19-Pandemie oder angesichts des russischen Angriffskriegs in der Ukraine. Der Beitrag argumentiert, dass diese häufige Berufung auf Solidarität zu einer begrifflichen Entleerung und politischen Entwertung geführt hat. Solidarität wird beschworen, aber selten konkret umgesetzt. Mit Verweis auf die vergangenen Krisen wird verdeutlicht, wie Solidarität ihre Wirkung verliert, wenn sie nicht klar definiert und institutionell verankert ist. Um dem entgegenzuwirken, braucht es nicht nur neue Praktiken, sondern auch eine bewusstere Kommunikationsstrategie, die auch ein strategisches Schweigen umfasst, um den Begriff wieder zu schärfen und die Öffentlichkeit für Solidarität zu sensibilisieren. Von Stefan Wallaschek