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S. 37
Laudato Si’ stellte 2015 ein Novum in der Sozialverkündigung dar, weil sich erstmals ein Papst ausführlich mit ökologischen Fragestellungen auseinandersetzte. Drei Aspekte dieses Wandels werden im Folgenden behandelt. Die innerkirchliche und außerkirchliche Resonanz von Laudato Si’ betrachtet im ersten Beitrag Martin Schneider. Der Fokus liegt dabei auf den Eigentumsdebatten und Initiativen, die sich auf die Sozialenzyklika stützen, um für gemeinwohlorientierte Nutzung von Boden zu streiten. In Laudato Si’ betont Papst Franziskus zudem, wie groß die Herausforderung der ökologischen Krise und wie begrenzt und partikular sein eigener Beitrag zu deren Beantwortung ist. Für die Sozialverkündigung ergibt sich daraus – wie Bernhard Emunds zeigt – ein Selbstverständnis, das sich deutlich von dem früherer Jahrzehnte abhebt. Einen Kern von Laudato Si’ stellt das Narrativ der Verwobenheit von Mensch und Natur dar. Diese Perspektivenverschiebung beurteilt im dritten Beitrag Simon Reiners vor dem Hintergrund öko-feministischer Positionen. Diese wählen ebenfalls die Kritik am Mensch-Natur-Dualismus zum Ausgangspunkt eines anderen Umgangs mit der Welt. Von Martin Schneider, Bernhard Emunds, Simon Reiners