Titelseite Amosinternational 2/2025

Heft 2/2025Gesundheit - für wen?

Inhalt
1. Auflage 2025
Bestellnummer: Z940002

Krankenhausreform, Pandemie, USAID – das Riesenthema Gesundheit begegnet uns überall. Gesundheit ist nicht nur eine individuelle Angelegenheit, sondern hat eine politische und gesellschaftliche Dimension. Der Titel des Heftes „Gesundheit – für wen?“ markiert dabei die ethische Problemanzeige: Wer hat Zugang zu medizinischer Versorgung? Wer wird benachteiligt? Wer profitiert?

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 8

    Planetary HealthEin vielfach universalistischer Zugang zur Gesundheit

    „Planetary Health“ ist gleichermaßen eine Zustandsbeschreibung wie ein normativer Anspruch. Sie beschreibt zunächst eine unauflösliche Verknüpfung zwischen menschlicher und nichtmenschlich tierischer Gesundheit einerseits und dem gedeihlichen („gesunden“) Funktionieren der materiell-stofflichen wie der sozial-institutionellen Umwelt andererseits. Nicht erst die Klimakrise offenbart: Menschliche Gesundheit ist „auf Gedeih und Verderb“ abhängig von lebensförderlichen Umweltbedingungen. Hier zeigt sich der normative Anspruch von Planetary Health: Der menschenrechtliche Anspruch auf Gesundheit erfordert den Einsatz um lebensdienliche Bedingungen des gesamten Oikos – für alle und alles, weltweit und über alle Grenzen von Generationen hinweg. Darin zeigt sich der vielfach universalistische Zugang zur (menschlichen) Gesundheit, den Planetary Health markiert.

  • Plus S. 15

    Welche gesundheitlichen Ungleichheiten sind ungerecht?Zum Zusammenspiel von Sozialepidemiologie und Public-Health-Ethik am Beispiel ungleicher Gesundheitschancen

    Mediale Feststellungen wie „Wer arm ist, stirbt früher“ oder „Arme sind kränker als Reiche“ begleiten regelmäßig die Veröffentlichung neuer Untersuchungen zu ungleichen Gesundheitschancen. Hinter diesen einfachen Aussagen versteckt sich eine Komplexität, welche sowohl die (sozial)epidemiologische Beschreibung und Erklärung der Ungleichheiten als auch ihre normativ-ethische Beurteilung umfasst. Dieser Beitrag möchte einen Einblick in das Thema „ungleiche Gesundheitschancen“ aus Sicht beider Disziplinen, Sozialepidemiologie und Ethik, geben. Anhand der Frage „Welche gesundheitlichen Ungleichheiten sind ungerecht?“ soll gezeigt werden, wie sehr beide Disziplinen einander ergänzen und ihre Bedeutung für die Entwicklung konkreter Gesundheitsprogramme („health policies“) herausgestellt werden.

  • Plus S. 22

    Gesundheit als MenschenrechtÜber den Zugang zum Gesundheitswesen

    Medizinische Versorgung ist ein Menschenrecht, das nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und dem von Deutschland ratifizierten UN-Sozialpakt jedem Menschen zusteht. Obwohl in Deutschland 2009 die allgemeine Krankenversicherungspflicht eingeführt wurde, gibt es viele Menschen, die aus rechtlichen oder praktischen Gründen keinen Versicherungsschutz haben und damit von der regulären Gesundheitsversorgung ausgeschlossen sind. Der Artikel beleuchtet die Gründe und die Folgen dieses Ausschlusses. Es wird aufgezeigt, welche Parallelstrukturen zum regulären Gesundheitssystem bereits bestehen und wo deren Grenzen und Probleme liegen. Dazu wird das Beispiel der Stadt Frankfurt am Main angeführt. Im zweiten Teil kommen ethische und rechtliche Aspekte zur Sprache, auf welchen sozialethischen Prämissen diese beruhen und was für oder gegen die Ausschlüsse aus der Regelversorgung spricht. Konkrete Forderungen verschiedener Akteur:innen schließen den Beitrag ab.

  • Plus S. 32

    Die Krankenhausreform in DeutschlandEin Kommentar aus sozialethischer Sicht

    Die Krankenhausreform hat zum Ziel, die Behandlungsqualität zu verbessern, Über-, Unter- und Fehlversorgung einzudämmen, das wirtschaftliche Überleben der Krankenhäuser zu sichern und eine qualitativ hochstehende Gesundheitsversorgung für alle Bürger:innen zu garantieren. Erreicht werden sollen dies, indem die Krankenhäuser einzelnen Versorgungs- und Leistungsgruppen zugeordnet werden, das Vergütungssystem neu aus einer Kombination von Vorhalte- und Fallpauschalen bestehen und eine flächendeckende Grundversorgung durch Schaffung von sektorenübergreifenden Versorgungseinrichtungen gesichert wird. Aus sozialethischer Sicht werden die Missstände seit Jahren kritisiert und ein Handeln der Gesundheitspolitik gefordert: An die Stelle der ökonomischen Selbstregulierung der Krankenhäuser soll eine sinnvolle Planung treten, um die Behandlungsqualität und die Arbeitssituation des Gesundheitspersonals zu verbessern.

Arts & ethics

Interview

  • Gratis S. 39

    „Prävention ist ganz entscheidend, wenn es um den Umgang mit psychischen Erkrankungen geht“

    Über psychische Gesundheit zu sprechen, ist in den letzten Jahren etwas einfacher geworden. Dennoch ranken sich um bestimmte Erkrankungen immer noch Mythen und Tabus. Einen Beitrag zur Entstigmatisierung von Betroffenen leistet die Eckhard Busch Stiftung in Köln. Amosinternational hat mit Bettina Busch, Gründerin und Geschäftsführerin der Stiftung, über ihre Arbeit gesprochen. Im Gespräch schildert sie, warum sie für die Einführung des Unterrichtsfachs Gesundheit an Schulen plädiert, welche Rolle Recovery Colleges bei der Selbstbefähigung spielen und wie wichtig Prävention im Bereich der psychischen Gesundheit ist.

Beitrag

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