Plus
S. 32
Die Forderung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken, wird von politischen Akteuren vor allem dann erhoben, wenn sie ihn durch Krisenphänomene bedroht sehen. In der Klimakrise wird das besonders deutlich. Damit Deutschland seiner Verantwortung zur Eindämmung der Klimakrise gerecht werden kann, ist eine umfassende sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft nötig. Dass diese Transformation nicht hinreichend zügig verfolgt wird, begründen Vertreter:innen unterschiedlicher politischer Lager damit, dass man den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht gefährden dürfe. Dagegen argumentiert dieser Beitrag, dass der Zusammenhalt vor allem dann gefährdet wäre, wenn die Klimakrise unvermindert voranschreitet. Nötig sind deshalb demokratiepolitische Reformprozesse, die eine konstruktive Austragung von Konflikten über die Ausgestaltung der sozial-ökologischen Transformation ermöglichen. Von Andreas Oldenbourg