„Double-bind“

Birgit Feike: „Double-bind“

Das Objekt „Double-bind“ hat die Form eines Bienenkorbs, so wie er früher in Imkereien als künstliche Bienenbehausung üblich war. Birgit Feike schuf mit dem Kunststoffabguss eine maßstabsgerechte Kopie dieses traditionellen Objekts, das jeder Betrachtende – trotz des Materialwechsels – direkt mit Bienen in Verbindung bringt. Verstärkt wirkt diese Assoziation noch, wenn man näher an den Korb herantritt: Dann kann man ein Brummen wahrnehmen, das einen zunächst auf ein fleißiges Bienenvolk im Inneren rückschließen lässt. Das Geräusch ändert sich jedoch plötzlich, und nun vernimmt man das industrielle Brummen von Maschinen. Diese Klang-Irritation zwischen Tier- und Maschinengeräuschen erzeugt die Künstlerin ganz bewusst im Inneren ihres Bienenkorbes, um auf die Mehrdeutigkeit unterschiedlicher Kommunikationssysteme aufmerksam zu machen: Der „Double-bind“, die Doppelbotschaft, bedeutet in der Kommunikationswissenschaft eine dysfunktionale zwischenmenschliche Kommunikation, da sie doppeldeutig und deshalb missverständlich ausfallen kann. Der Bienenkorb sendet also hilfreiche Botschaften per Geräuschkulisse aus – sie zu entschlüsseln bedarf es jedoch des differenzierenden und verständnisvollen Zuhörens.

Birgit Feike
(geboren in Bottrop), lebt und arbeitet als Künstlerin und Goldschmiedin in Dortmund. Nach ihrer Lehre zur Goldschmiedin arbeitete sie zunächst als Dekorateurin in verschiedenen Branchen und studierte anschließend von 2012 bis 2015 Bildende Kunst an der Ruhrakademie Schwerte. 2015 schloss sie ihr Kunstdiplom bei Gesine Grundmann ab und eröffnete 2016 ihr eigenes Kunstatelier Phoenix West in Dortmund-Hörde. 2019 beteiligte sie sich am Projekt „Water Event“ von Yoko Ono am Museum für Bildende Künste in Leipzig und war mit der Einzelausstellung „willst du mit mir gehen, willst du?“ in der Katholischen Akademie Schwerte vertreten. Aktuell arbeitet Birgit Feike an einem vom Land NRW geförderten Stipendienprojekt im öffentlichen Raum, bei dem sie unter dem Titel „Grenzflächen“ temporäre Flechtobjekte aus Absperrband als Intervention im Raum platziert.
www.birgit-feike.de
www.instagram.com/birgitfeike
www.instagram.com/grenzflaechen