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Hassrede richtet Schaden an. Sie kann die Menschenwürde Einzelner verletzen, aber auch eine freie individuelle und öffentliche Meinungsbildung gefährden. Das geschieht, wenn sich Menschen aus Furcht vor Beleidigungen nicht mehr trauen, sich offen zu bestimmten Themen zu äußern. Dem entgegenzutreten, ist ein legitimes Ziel der Politik. Hierfür stehen vor allem das deutsche Netzwerkdurchsetzungsgesetz und künftig der Digital Services Act auf europäischer Ebene. Allerdings ist ebenfalls zu beobachten, dass bestehende Regulierungen selbst zu einer Einschränkung der Meinungsfreiheit führen können. Das ist gerade dann der Fall, wenn diese nicht die Komplexität privat-öffentlicher Kommunikation über Soziale Netzwerke berücksichtigen – also nicht netzwerkgerecht sind. Von Tobias Gostomzyk