"Hiding 2"

Anke Lieb-Kadge: „Hiding 2“

70 × 50 cm, Öl auf Nessel
„Hiding 2“, 2019, 70 × 50 cm, Öl auf Nessel© Anke Lieb-Kadge

Mit „Versteck“ (Hiding) hat die Künstlerin diese Rückenstudie betitelt: Ein junges Mädchen im blauen Kleid mit weißem Rüschenbesatz verschränkt die Arme im Rücken und versteckt dort in seinen Händen eine Birne. Sein Gesicht ist in Ansätzen im Profil auszumachen, da sie sich von seinem Gegenüber entweder in einer Trotz- oder in einer Schamhaltung abwendet. Die Szene mag aus einer (fast schon anachronistischen) Alltagssituation stammen: Das Mädchen hat aus dem Nachbarsgarten die Birne vom Baum geklaut und wird nun zur Rede gestellt. Das Motiv lässt sich aber auch für unser heutiges Anthropozän weitergehend deuten: Die Birne steht für ein wertvolles „kultiviertes“ Naturprodukt, dass die Menschheit ernährt und deshalb achtsam und umweltbewusst für einen gesunden Genuss „produziert“ werden sollte. Das „Verstecken“ weist darauf hin, dass in einer globalisierten industriellen Landwirtschaft Tiere und Pflanzen, die zu Ernährung des Menschen dienen, oft ein Schattendasein führen und in ihrem tatsächlichen Wert nicht entsprechend gewürdigt werden.

Anke Lieb-Kadge
(* 1964 in Krefeld), lebt und arbeitet als Künstlerin und Designerin in Düsseldorf. Sie studierte Kunst an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Prof. Dieter Krieg und Prof. Fritz Schwegler, bei dem sie 1989 als Meisterschülerin abschloss. Von 1989 bis 1992 absolvierte sie ein Studium in Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Düsseldorf mit Diplomabschluss. Ab dann erfolgte eine mehrjährige Tätigkeit als Art Director in Düsseldorfer Werbeagenturen wie stöhr scheer und BBDO, seit 2002 als Creative Director bei DDB. Ausstellungen u. a.: 1987: „Hammerschlag“, Wuppertal; 1993: „tot – eine Kampagne“ (Diplomausstellung), Düsseldorf; 2011: „100 Tage Kunst“, Düsseldorf; 2012: Referentin beim Kunst-Dinner „von Frauen für Frauen“, NRW-Forum Düsseldorf.
https://www.ankelieb.de/