Plus
S. 17
Konsument*innen-Verantwortung wird gerne thematisiert im Sinne einer markt-ökonomischen Komponente, die über die Summe individueller Kaufentscheidungen und die so entstehende Nachfrage nach umweltfreundlichen Produkten die Agrarwende herbeiführe. Diese Vorstellung erweist sich jedoch als wenig effektiv; strukturelle Maßnahmen, welche die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zugunsten größerer Kostentransparenz verändern, sind wesentlich aussichtsreicher. Davon unberührt bleibt jedoch die moralische Pflicht der Endverbraucher*innen, sich ihrer individuellen Verantwortung (im Rahmen ihrer Möglichkeiten) auch beim Einkaufsverhalten zu stellen. Diese Verantwortung beim Einkauf kommt nicht nur Privatpersonen zu, sondern auch Institutionen und ist bei der Kirche und ihren Einrichtungen insofern besonders relevant, als sie die Verwirklichung des von ihr verkündeten Reiches Gottes betrifft. Hier vermitteln ökologische Gütesiegel Verständigung über ökologische Standards zwischen Erzeuger*innen und Verbraucher*innen, können darüber hinaus aber auch die Sorgfalt sichtbar machen, mit der die Kirche im Bereich der Landwirtschaft (hoffentlich immer mehr) ihre Verantwortung für die Schöpfung und für das Wohlergehen von Menschen und Tieren in die Praxis umsetzt. Abschließend bietet der Beitrag eine kurze Vorstellung der gängigsten Gütesiegel für landwirtschaftliche Produkte. Von Charlotte Cremer