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S. 25
Der Terminus ‚gerechter Friede‘ wird als Paradigma und friedensethisches Leitbild vorgestellt, das seinen Ort insbesondere in Dokumenten und Verlautbarungen der großen christlichen Kirchen hat. Gerechter Friede fordert heraus zur Klärung seiner beiden Komponenten. Daher ist zu fragen, was in diesem Leitbild zum einen mit Frieden, zum anderen mit Gerechtigkeit gemeint ist und wie sich insbesondere auch das Verhältnis zwischen beiden bestimmen lässt. Als normative Säulen des Leitbildes vom gerechten Frieden lassen sich unter anderem Menschenrechte, Demokratie, Entwicklung, Rechtsstaatlichkeit und internationale Vernetzung benennen. Da das Leitbild des gerechten Friedens keineswegs als unumstritten gelten kann, verdienen auch entsprechende Einwände und Kritikpunkte Berücksichtigung. Und schließlich ist zu fragen, welche Perspektiven sich aus dem Leitbild des gerechten Friedens für die Zukunft ergeben. Von Johannes Frühbauer