Da springt ein Mensch mit einem Schirm über eine Pfütze oder einen Graben – der Schirm schützt ihn und gibt ihm Aufwind, um das Hindernis bewältigen zu können. Links über ihm prangt ein Gestirn am Himmel, ein Kreis, der im Mittelpunkt einer Zielscheibe sitzt.
Andreas Otto schuf das Bild vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie im März 2020 und thematisierte ursprünglich hier eine Bezugnahme auf den „Militärischen Abschirm-Dienst“ (MAD). Dennoch kann man aktuell die Darstellung als eine prophetische künstlerische Reflexion deuten: Die Bedrohung ist in diesem Fall das kreisrunde Virus, das über allem schwebt und die verletzliche Welt in ihrem Zentrum verwundet hat. Die Menschheit kann sich nur retten, indem sie einen finanziellen und vor allem humanitären Rettungsschirm aufspannt und darunter als Weltgemeinschaft im Zusammenhalt die Epidemie einzudämmen versucht. Nur, wenn alle unter dem Schutzschirm Platz finden, kann dieser Sprung gelingen.
Andreas Otto
(* 1966 in Arnsberg), lebt und arbeitet als Künstler und Designer in Arnsberg. Seit 1985 ist er regelmäßig mit Ausstellungen in der Region vertreten, u. a. 2000 mit „Bilderräume“ in der Stadtgalerie Altona, 2004 mit „Fragmente“ in Schloss Opherdicke in Holzwickede oder 2011 mit der Ausstellung „Amorphe Spuren“ in der Katholischen Akademie Schwerte. 2018 präsentierte Andreas Otto seinen Zyklus „Via Dolorosa“ im Landtag NRW in Düsseldorf.