Plus
S. 11
Etwa drei Viertel der pflegebedürftigen alten Menschen in Deutschland werden durch meist weibliche Angehörige und mehrheitlich ohne professionelle Hilfe gepflegt. (Ehe-)Partnerinnen und (Schwieger-)Töchter stellen für die familiäre Pflege eigene Erwerbstätigkeit und soziale Sicherheit hintan. Sie stehen unter einem hohen gesellschaftlichen und politischen Erwartungsdruck, der durch geltende pflegepolitische Regelungen bisher eher verstärkt als abgebaut wird. Der Beitrag fragt nach Gründen des Dauerdrucks, diskutiert Reformbedarfe im Bereich der sozialen Sicherung, insbesondere der Rentenansprüche, sowie bezüglich der Honorierung familiärer Pflege (z. B. Pflegendenzeit, Pflegendengeld) und fordert eine Neujustierung des Verhältnisses von familiärer und professioneller Pflege im Sinne eines Rechtes, zu pflegen oder nicht zu pflegen. Von Lea Quaing, Marianne Heimbach-Steins