„The Daydreaming“

Matvey Slavin: „The Daydreaming“

Acryl auf Plane, 120 × 90 cm, 2018
The Daydreaming, Acryl auf Plane, 120 × 90 cm, 2018© Matvey Slavin

Auf dem Bild ist skizzenhaft eine historische Torarchitektur zu erkennen: Sie repräsentiert nach außen die Macht und den Reichtum ihres Erbauers, einer Einzelperson oder einer Gemeinschaft, die sich über Bauformen kulturell identifiziert haben. In der Architekturgeschichte wurde bis in das 20. Jahrhundert hinein immer wieder versucht, so etwas wie „nationale Baustile“ zu deklarieren, um u. a. auch hegemoniale Ansprüche geltend zu machen. Das langfristige Scheitern dieses Experiments ist hier in positiver Art und Weise thematisiert, denn das Tor ist zugemauert, hat Patina angesetzt und Vögel bevölkern diesen verlassenen, idyllischen Ort. Auch ein Mensch, in diesem Fall der Künstler selbst, kann diese, nun stille, Kulturstätte aufsuchen und in der Abgeschiedenheit von einem Paradies ohne Mauern und Machtstrukturen träumen.

Matvey Slavin
geboren 1987 in St. Petersburg, lebt und arbeitet als freischaffender Künstler in Berlin und Kopenhagen. Nach einem Illustrationsstudium an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, einem Kunststudium an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg (bei Prof. Werner Büttner) und der Akademie der bildenden Künste in Wien (bei Prof. Daniel Richter) von 2006 bis 2015 konzentrierte er sich zunächst auf die Pleinair-Malerei und entwickelte andere visuelle Ausdrucksformen wie Popdada. Matvey Slavin hat bereits mehrere Arbeitsstipendien u.a. im Künstlerhaus Meinersen und in Cuxhaven absolviert, 2018 war er Artist in Residence-Stipendiat der Katholischen Akademie Schwerte mit einer abschließenden Einzelausstellung „Image Hunter“.