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S. 24
Rumänien ist in kultureller Hinsicht ein Sonderfall, insbesondere was das Zusammenleben von ethnischen und religiösen Entitäten und ihre Haltung zueinander betrifft. Zwangsläufig hat der „postmoderne Mensch“ die Rolle des „homo sovieticus“ übernommen, der sein Leben in die Hand nimmt und in seiner Lebensdeutung nicht mehr (oder nicht nur) auf traditionelle Identitätsformen (Ethnie und Religion) zurückgreift. Demgegenüber ringen kollektive Identitäten allerdings weiterhin um ihre Selbstbehauptung anderen Entitäten gegenüber. Darauf zurückzuführen ist eine enge Verflechtung der ethnischen und religiösen Identitäten, die sich vor allem bei der ungarisch-sprachigen protestantischen und katholischen Minderheit, aber auch bei der rumänischen orthodoxen Mehrheit im Lande zeigt. Gesellschaftliche Herausforderungen, vor denen sowohl die ethnisch-konfessionellen Minderheiten als auch die rumänische orthodoxe Mehrheit im Lande stehen, sollten auf Grundlage der Kraft der Vielfalt und des Miteinanders angegangen werden. Die Dekonstruktion traditionalistisch-kollektiver Identitäten und die Gestaltung des Miteinanders auf ein gutes Leben in Gemeinsamkeit hin, stehen an. Von Klara A. Csiszar