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S. 25
Verkehr ist seit einigen Jahren wieder auf der Agenda der Tagespolitik. Es wird sogar über eine „Verkehrswende“ diskutiert. Mehr und mehr rückt ins Bewusstsein, dass mit über 47 Mio. zugelassenen Pkws Grenzen der Belastbarkeit erreicht sind. Doch wie sehen die Alternativen jenseits des privaten Autos aus? Während für viele Jahre die Formel galt, dass der soziale Aufstieg eng mit der Verfügbarkeit von immer größeren und leistungsfähigeren Fahrzeugen verbunden war, hat sich dies in den letzten Jahren verändert: in den urbanen Milieus sinkt die Zahl der Fahrzeuge, während in den Stadtrandlagen mit niedrigen Haushaltseinkommen die Autozahlen steigen. Das Auto wird für Geringverdiener zum Überlebensvehikel und eröffnet damit neue Fragen nach der Gerechtigkeit in der Klimapolitik. Fragen von der Vereinbarkeit der sozialen und räumlichen Mobilität mit den Erfordernissen der Nachhaltigkeit rücken in den Vordergrund. Von Andreas Knie