Heft 2/2019Demokratie neu stärken

Inhalt

Das Vertrauen in die Demokratie schwindet. Demokratiemüdigkeit macht sich breit. Mehr denn je zeigt sich, dass die Demokratie kein Selbstläufer ist. Die fünf Hauptbeiträge der Ausgabe plädieren für eine lebendige demokratische Kultur gegen ihre Gefährdung.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Seriosität, Anstand, Respekt... Der Ton macht die Musik?Zum Stil politischer Kommunikation in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung

    Das Vertrauen in die Demokratie und den sozialen Rechtsstaat schwindet auf alarmierende Weise. Gewohntes und Selbstverständliches löst sich angesichts von Globalisierung, Digitalisierung und Zuwanderung auf. Die Komplexität der Zukunft wirkt verunsichernd und ängstigend. Es wächst die Sehnsucht nach einfachen, autoritären Sicherheiten. Diese bedrohliche Krise verlangt die aktive Verteidigung der Demokratie. Dazu werden zehn zentrale Aspekte ihrer Stärkung benannt. Der folgende Text dokumentiert die Rede Wolfgang Thierses während des Kommendefestes im November 2018.

  • Plus S. 9

    Migration als Problem moderner Demokratien

    In den Kontroversen um die „Flüchtlingskrise“ wird Migration als eine neue Herausforderung wahrgenommen. Hinter dem aktuellen Phänomen der Migration liegt aber eine lange Entwicklungsgeschichte territorial bestimmter, demokratischer Nationalstaaten und deren Wohlfahrtspolitik, die Migration zum „Problem“ haben werden lassen. Aktuell ist dagegen die starke politische Polarisierung zwischen traditionellen und liberalen Vorstellungen von Gesellschaft, die im Streit, wer zum „Volk“ (nicht) dazugehört, sichtbar geworden ist. Dabei ist das deutlich hervortretende Spannungsverhältnis zwischen Migration und Demokratie nicht einseitig aufzulösen. Moderne Demokratien müssen mit der Pluralität und Konkurrenz politischer Ansichten über kontroverse Themen wie Migration nicht nur leben – sie sollten den Streit um Wahrheit und Richtigkeit offen austragen.

  • Plus S. 15

    Gegen die Gefährdungen der DemokratieChancen einer partizipativen Demokratiebildung im Verein

    Ein differenzierter Blick auf die Ursachen der aktuellen Spaltung der Gesellschaft und der damit zusammenhängenden Krise der Demokratie weist auf tieferliegende Ängste vor einem sozialen, ökonomischen und politischen Kontrollverlust hin. Dagegen werden zunehmend Formen der Demokratiebildung gefordert, denen jedoch sowohl eine demokratietheoretische als auch eine institutionelle und pädagogische Grundlage fehlen.
    Der Artikel schlägt ein lebensweltliches Demokratieverständnis vor, das die dominante Idee der Konkurrenzdemokratie überwindet und im Sinne einer deliberativen oder radikalen Demokratie auch bislang ausgeschlossene Gruppen in demokratische Entscheidungen integriert. Damit stellt sich jedoch die Frage, wo Menschen entsprechender Erfahrungen demokratischer Aushandlungsprozesse machen können. Dies führt zur Kommune und speziell zum kommunalen Verein als Ort diskursiver Öffentlichkeit.

  • Plus S. 22

    Stärkung und Zukunft der Demokratie

    Demokratische Selbst- und Mitbestimmung ist ein nachgerade körperliches und emotionales Grundbedürfnis. Es hat mit der menschlichen Stimme und Sehnsucht nach Resonanz und Verbindung zu tun. Dem wird die hierzulande übliche Fixierung auf Wahldemokratie nicht gerecht. Will man die bedrohte Demokratie retten, sollte man diese durch partizipative und direkte Formen ergänzen. Beispiele zeigen: Solche Formate eignen sich für alle Ebenen vom kleinen Dorf bis zur EU.

  • Plus S. 30

    Normativ theoretische Dimensionen der Demokratie in Geschichte und GegenwartDas Konzept der demokratischen Antinomien

    Der Demokratie wird oft nachgesagt, eine normativ kontingente, inkonsistente und inkohärente Idee zu sein, die deswegen ihre idealistischen Versprechungen nicht zu halten vermag. Ein systematisierender, synoptischer Blick in die komplexe Ideen- und Begriffsgeschichte der ‚Volksherrschaft‘ zeigt jedoch, dass unter diesem Konzept zwar durchaus widersprüchliche Prinzipien subsumiert werden, diese jedoch zugleich einen intersubjektiven Diskursrahmen aufspannen, in dessen Konturen sich die normativen Streitfragen und politischen Auseinandersetzungen der Demokratie auf authentische Weise austragen lassen. Der vorliegende Beitrag will diesbezüglich demonstrieren, wie aus jenen demokratischen ‚Antinomien‘ keine epistemische Orientierungslosigkeit, sondern eine spezifische Normativität erwächst, die der Demokratie ihre eigentliche Charakteristik verleiht.

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