Heft 1/2019Die öko-soziale Transformation

Inhalt

Ein Thema mit vielen Facetten, von der Energiewende über die Anforderungen an einen nachhaltigen Konsum bis zu den Weichenstellungen in der Finanzmarktpolitik. Um diese und weitere Facetten geht es in den fünf Hauptbeiträgen.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Klimapolitik, Digitalisierung und soziale KohäsionDie große Transformation unter neuen Vorzeichen

    Die Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und das Pariser Übereinkommen waren zwei essentielle Schritte für die große Transformation zur Nachhaltigkeit. Deren gesellschaftliche Rahmenbedingungen sind damit allerdings nicht konstant. Vielmehr wandeln sich die kontextualen Dynamiken, in denen die große Transformation eingebettet ist. Dieser Aufsatz greift drei Bereiche heraus, die für die Transformation zentral sind und die den Wandel der damit verbundenen Herausforderungen verdeutlichen: Klimapolitik, Digitalisierung und soziale Kohäsion. Alle drei Aspekte betreffen Entwicklungen, die zur Zeit der SDGs und des Pariser Übereinkommens zwar bereits ihren Anfang genommen hatten, deren Bedeutung im Laufe der letzten Jahre jedoch besonders deutlich geworden ist.

  • Plus S. 9

    Anstöße der Postwachstumsbewegung für eine sozial-ökologische TransformationMit besonderem Fokus auf Ernährungssicherheit

    Die Staatengemeinschaft setzt mit ihrer Agenda 2030 auf „inklusives und nachhaltiges Wachstum“. Die Postwachstumsbewegung sieht die Wachstumsfixierung dagegen kritisch; sie verweist auf die planetarischen Belastungsgrenzen und die sozialen Folgen von verschärftem Konkurrenz- und Wettbewerbsdenken. Wachstum ist jedoch weder pauschal abzulehnen noch ein wirtschaftspolitischer Selbstzweck. Notwendig ist eine sozial-ökologische Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft, die Innovationen und eine effiziente Nutzung von Ressourcen befördert; wichtigstes Instrument sind verursachergerechte Preise des Umweltgebrauchs. Die damit verbundenen Verteilungseffekte sind durch geeignete Maßnahmen sozialverträglich abzufedern. Die Postwachstumsbewegung weist zudem zurecht darauf hin, dass die strukturellen Veränderungen durch einen tiefgreifenden Kultur-, Bewusstseins- und Wertewandel vorzubereiten und zu ergänzen sind; das wird am Beispiel der Ernährungssicherheit verdeutlicht.

  • Plus S. 17

    Die Energiewende in DeutschlandVorbild oder Sackgasse?

    Für die Energiewende in Deutschland ist ein Komplettumbau des Energie- und Verkehrssystems erforderlich. Dazu gehören der komplette Ausstieg aus der Kohleverstromung, eine konsequente energetische Gebäudesanierung, neue Mobilitätskonzepte, zusätzliche Verbesserungen des Emissionshandels und die Nutzung weiterer politischer und wirtschaftlicher Steuerungsinstrumente. Der vorliegende Beitrag skizziert konkrete Wege für den weiteren Umstieg hin zu einer Vollversorgung mit erneuerbaren Energien. Zu den notwendigen Rahmenbedingungen der Transformation gehören ein entsprechend angepasstes Abgaben- und Steuersystem, dezentrale und flexible Versorgungsstrukturen und die breite Beteiligung der Bürger*innen als Energiekonsumenten und -produzenten (Prosumenten). Aufgezeigt wird zudem, inwiefern der Nutzen einer umfassenden Energiewende ihre Kosten übersteigt.

  • Plus S. 24

    Das richtige Maß findenWege der Transformation zum nachhaltigen Konsum

    Materieller Konsum ist in unserer Gesellschaft tief verankert. In seiner aktuellen Form ist er allerdings ein zentraler Grund für die zunehmende ökologische Überlastung der Erde und soziale Ungleichheit. Weitreichende strukturelle Veränderungen sind notwendig, um eine Transformation hin zu nachhaltigen Konsummustern zu ermöglichen. Dabei sind reine Effizienzsteigerungen in der Herstellung und Nutzung von Produkten nicht ausreichend, sondern das Maß an Konsum muss in den Fokus rücken. Solch ein Suffizienzansatz kann dem weit verbreiteten Phänomen einer ‚Immer-mehr‘-Haltung entgegengesetzt werden. Darauf aufbauend zeigt das Konzept der Konsumkorridore die Vision einer Welt, in der ein gutes Leben und soziale Gerechtigkeit für alle möglich sind. Die daraus abzuleitenden Minimal- und Maximalgrenzen des Konsums müssen politisch verhandelt und umgesetzt werden.

  • Plus S. 33

    Welche Finanzmarktpolitik brauchen wir für die öko-soziale Wende?Kernpunkte einer nationalen und internationalen Reorganisation

    Das gegenwärtige Geld- und Finanzsystem ist überdimensioniert, überkomplex und wachstumsorientiert. Im folgenden Beitrag werden einige grundsätzliche Reformen vorgeschlagen, die zur Vermeidung weiterer Finanzkrisen und zu einer öko-sozialen Wende beitragen sollen: die Einführung eines Vollgeldsystems (Geldschöpfung nur mehr durch die Zentralbank) oder zumindest ein Trennbankensystem, d. h. die Abtrennung der Investmentbanken; die teilweise Finanzierung des ökologischen Umbaus durch „Schenkgeld“ der Zentralbank (keine Rückzahlungsverpflichtung); das Verbot von Leerverkäufen und Kreditausfallversicherungen; die Entflechtung der Megabanken und Kontrolle der Schattenbanken; die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, von Volksaktien und einer Mindesthaltedauer von einem Tag.

Arts & ethics