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Verliert der deutsche Steuerstaat an Souveränität, seine steuerpolitischen Ziele durchzusetzen? Der Beitrag sammelt einige Indizien dafür: Die mangelnde Steuerehrlichkeit bei der Veranlagung der Steuerpflichtigen, die Steuervermeidung und -hinterziehung gerade unter den vermögens- und einkommensstarken Steuerpflichtigen, die nachlassende Wirkung der Progression im deutschen Steuersystem sowie der verschärfte Steuerwettbewerb zwischen den (auch europäischen) Staaten. Demgegenüber wird die Notwendigkeit der steuerstaatlichen Souveränität zumal für einen demokratischen Staat begründet – und zwar einer Souveränität gegenüber den Steuerpflichtigen wie auch gegenüber anderen Steuerstaaten. Um diese Souveränität sicherzustellen, wird der bundesdeutsche Steuerstaat bei seinen leistungsfähigen Steuerpflichtigen eine höhere Steuermoral durchsetzen und gegenüber anderen Steuerstaaten seine steuerpolitische Souveränität mit diesen teilen müssen. Von Matthias Möhring-Hesse