Heft 2/2018Terrorismus und Terrorismus­bekämpfung

Inhalt

Dieses Themenheft setzt sich mit den Schrecken von Terror und Gewalt auseinander, analysiert Ursachen, diskutiert Strategien zur Bekämpfung, entwirft Szenarien der Prävention und beleuchtet auch die Lebensschicksale hinter den Zahlen – von Tätern wie Opfern.

Über diese Ausgabe

Editorial

Schwerpunktthema

  • Plus S. 3

    Wie lässt sich der transnationale Terrorismus wirksam bekämpfen?Sozialethische Reflexionen und Beiträge zur aktuellen gesellschaftlichen Debatte

    Wie kann der Bedrohung durch den transnationalen Terrorismus wirksam begegnet werden? So lautet seit den Anschlägen auf das World Trade Center im Jahr 2001 eine der drängendsten und schwierigsten politischen Fragen. Kritische Stimmen bescheinigen der gegenwärtigen Antiterrorpolitik offenkundiges Versagen: Alle Versuche, den Terrorismus erfolgreich zu bekämpfen, seien nicht nur gescheitert, vielmehr habe die Bedrohung in den vergangenen Jahren sogar zugenommen.

  • Plus S. 4

    Internationaler TerrorismusDeutungsmuster, Erklärungsansätze und Herausforderungen

    Terrorismus ist ein schwer zu definierendes Phänomen. Die bisherigen Forschungsergebnisse zu möglichen Ursachen des Terrorismus zeigen die Widersprüchlichkeit und Komplexität des untersuchten Gegenstandes. Er lässt sich nicht auf einfache Modelle reduzieren. Bei der Erklärung des Phänomens Terrorismus lassen sich in der Forschung drei Ansatzebenen unterscheiden: individuelle, strukturelle und gruppenspezifische. Hinzu kommen Untersuchungen zu Radikalisierungsprozessen, die einzelne Elemente aus all diesen Ebenen kombinieren. Eine universelle Erklärung dafür, wie terroristische Gewalt entsteht, gibt es bisher jedoch nicht. In Anbetracht dieses Umstands und angesichts des begrenzten Wissens hinsichtlich der Wirksamkeit von Antiterrormaßnahmen sollten sich Politiker bei der Einführung neuer Instrumente in Zurückhaltung üben.

  • Plus S. 12

    Gewalt, Nihilismus, TheologieZur Rationalität des dschihadistischen Terrorismus

    Der dschihadistische Terrorismus kann weder durch eine Religionisierung erklärt werden noch dadurch, dass man versucht, den Islam direkt für ihn haftbar zu machen. Auch Erklärungsmuster wie Diabolisierung, Soziologisierung oder Ethisierung bleiben unzulänglich. Viel bedeutsamer für ein besseres Verständnis des Dschihadismus sind die Nachahmung gesellschaftlich vorherrschender Gewaltmuster und der durch Identitätskrisen und Dekulturation bewirkte Nihilismus. Religiöse Rechtfertigungen treffen erst in einem zweiten Schritt auf jene Menschen, die verzweifelt eine Antwort auf ihre innere Leere suchen. Als gefährliche Ideologien erweisen sich die monotheistischen Religionen, wenn die heiligen Schriften fragmentiert interpretiert werden und die Parteinahme für verfolgte Opfer nicht mehr mit Vergebung verbunden bleibt. Eine solche fragmentierte Auslegung des Korans kennzeichnet auch die dschihadistische Theologie der Gewalt.

  • Plus S. 18

    Das „Phantom verlorener Freiheit“?Terrorismusbekämpfung aus menschenrechtsethischer Perspektive

    Der Diskurs zur moralisch gerechtfertigten Bekämpfung des Terrorismus hat seine Mitte in der Erörterung menschenrechtsethischer Gesichtspunkte. Ausgangspunkte für diesen Diskurs ist die tatsächliche oder vermeintliche Bedrohungslage in westlichen, freiheitlichen Demokratien. Hinzu kommt die Grundfrage, in welches Verhältnis Sicherheit und Freiheit zueinander zu setzen sind, wenn es um konkrete Maßnahmen der Terrorismusbekämpfung geht. Der menschenrechtliche Schutzanspruch bezieht sich in erster Linie auf Leben und Unversehrtheit der Menschen, sodann auf ihre verfassungsverbürgten Freiheitsansprüche. Doch welche Maßnahmen darf ein Rechtsstaat zum Schutz von Leben und Freiheit seiner Bürgerinnen und Bürger legitimieren? In welchem Sinne darf sich eine Demokratie als wehrhaft erweisen?

  • Plus S. 23

    „War Against Terror“?Sozialethische Überlegungen zur Terrorprävention

    Die Autorin geht der Frage nach, wie Gewaltprävention angesichts von Terror gelingen kann. Als wichtige Faktoren bei der Terrorprävention werden die Achtung vor dem Völkerrecht und den Grundrechten, insbesondere des Rechts auf Religionsfreiheit, sowie das Konfliktpotential sozialer Ungerechtigkeiten benannt. Darüber hinaus verweist sie auf die (bisher häufig vernachlässigte) Rolle von Religion für die individuellen Lebensläufe radikalisierter Muslime und Musliminnen; sie verbindet sich vielfach mit kultureller Entwurzelung und fragilen Identitäten in der Adoleszenz, sowie der Attraktivität der religiösen Verheißungen. Eine erfolgversprechende Terrorprävention kann nicht nur sicherheitspolitisch sein. Vielmehr braucht es vielfacher Ergänzungen, die auf politische Bildung und die Stärkung sozialer Kompetenzen abzielen, sowie eine ernsthafte Auseinandersetzung mit theologischen Inhalten des Dschihadismus sowie eine Begegnungskultur zwischen den Religionen in einer pluralen Gesellschaft schafft.

Arts & ethics

  • Gratis S. 28

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