Plus
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Viele Verbraucherstudien und politische Konzepte beschreiben Konsumenten1 als mündig, vertrauend, hilfsbedürftig und vieles mehr. Oft genug wird der private Konsum der gesellschaftlichen Sphäre gegenüber gestellt, so dass keine übergreifende Verantwortung existiert. Gibt es nicht doch einen minimalen Verantwortungsrahmen, der allgemein für jeden Konsumenten gilt? Einen solchen Minimalrahmen werden wir ausgehend vom soziologischen Rollenbegriff begründen. Wir argumentieren, dass Personen in der Rolle des Konsumenten notwendigerweise gesellschaftliche Verantwortung haben. Eine Fundierung der Verbraucherrolle allein in der privaten Sphäre kann folglich nicht gelingen. Es ist im Gegenteil unausweichlich, dass Konsumenten auf simultane Weise sowohl die Rolle des Verbrauchers als auch die des Bürgers einnehmen. Damit ist ein minimaler Verantwortungsrahmen vorgegeben. Von Ludger Heidbrink, Sebastian Müller