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Die Europäische Union verhandelt seit Jahren mit afrikanischen Ländern und Regionen über Abkommen zur Wirtschaftspartnerschaft. Trotz unterschiedlicher Interimsabkommen gibt es eine hohe Unzufriedenheit und Verhandlungsblockaden auf afrikanischer Seite. Sie gehen u. a. auf negative Erfahrungen mit früheren Strukturanpassungsprozessen zurück. Staatliche Verschuldung und Schuldendienste haben in vielen Fällen zur Vernachlässigung staatlicher Aufgaben, vor allem im Bildungsbereich, geführt. Das Machtgefälle zwischen der starken Wirtschaftsregion Europa und den arm gemachten Ländern Afrikas birgt auch bei neueren Abkommen die Gefahr, dass vor allem die stärkere Seite profitiert. Der Autor zeichnet die Geschichte der Handelsabkommen nach und plädiert für ein Moratorium, um den afrikanischen Ländern Zeit für die eigenständige regionale Integration zu lassen. Unverzichtbar sei eine ganz neue Konfiguration afrikanischer Handelsbeziehungen zur EU. Von Boniface Mabanza Bambu