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S. 10
Weyma Lübbe betont zu Recht, dass identifizierbare Kranke, die einen Arzt um Hilfe bitten, nicht vergleichbar sind mit statistischen Menschenleben. Ebenso nachvollziehbar ist ihre Betonung der Zurechenbarkeit von Handlungen und Unterlassungen. Der Grundsatz schließlich, der Medizin gehe es primär um die Hilfe für medizinisch Bedürftige und nicht um die Produktion von möglichst viel Gesundheit, ist auch aus Sicht der christlichen Sozialethik einleuchtend. Insofern ihr Beitrag von den allokationsethischen Theorie- und Begründungsdiskursen geprägt ist, geraten aktuelle gesellschaftspolitische Herausforderungen weniger in den Blick, wie an Beispielen aufgezeigt wird. Das Kriterium der Kosteneffektivität medizinischer Maßnahmen dürfte in den Verteilungsdebatten de facto weniger weiterhelfen, als es heute von Vielen erwartet wird. Von Markus Zimmermann