Niemand kann die ganze Wirklichkeit überblicken. Der Beobachter, der sich bewegt, kann immerhin ganz verschiedene Ebenen in den Blick bekommen. Trotzdem bleiben Leerstellen, blinde Flecken, bewusst Verdecktes. Oft erschließt sich verborgene Wirklichkeit erst durch die „Beobachtung zweiter Ordnung“ – bei der Auswertung von Daten, beim Lesen eines Textes, im Betrachten eines Kunstwerks.
Die Künstlerin selbst stellt ihre Installation „Selbstabwicklung“ in diesen Zusammenhang:
„Mit einem langen Stock in der Hand bewege ich mich durch eine Landschaft. Das Motiv ist auf einer Doppelspirale aus transparentem Polyester aufgedruckt; die schreitende Figur entzieht sich dem Blick, erscheint immer in Bewegung, immer flüchtig. So folgt mir der Betrachter ins Innere der Installation und begeht damit auch den Weg der eigenen Kontemplation.“
Ursula Kreutz
stammt aus einer renommierten Kölner Künstlerfamilie. Sie studierte bei Ben Willikens an der Akademie der Bildenden Künste in München sowie bei Hanns Herpich, Ottmar Hörl und Georg Winter an derAkademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Arbeitsaufenthalte und Reisen führten sie nach Israel, Italien und in die Schweiz. 2003 schloss sie die Akademie mit Auszeichnung und als Meisterschülerin ab. Sie lebt und arbeitet seit 2003 als freischaffende Künstlerin in Fürth und ist Mitglied im Deutschen Künstlerbund. Informationen zu ihren Werken, ihren Ausstellungen und Auszeichnungen unter: www.ursula-kreutz.de.