... und hoffentlich wird morgen alles gut!

Vom Menschen zum Flüchtling – vom Flüchtling zum Menschen Cornelia Suhan erzählt in ihren Fotografi en von Menschen, von Flüchtlingen, ihren Ängsten, ihren Träumen und Hoffnungen. Sie träumen von einem guten Leben, in dem sie all ihre Potentiale entwickeln können. Einem Leben ohne Krieg, ohne Gewalt, ohne Angst, ohne Hunger, einem Leben in Frieden, einem Sterben in Würde. Dafür würden sie alles geben. Träume öffnen Grenzen, Träume überwinden scheinbar unüberwindliche Hindernisse, Träume verbinden. Träume sind unverzichtbar, um einen tagtäglichen Albtraum auszuhalten. Träume zeigen auch ungenutzte Möglichkeiten.

Porträt Abdullah Saidow, 18 Jahre, Tadschikistan
Abdullah Saidow, 18 Jahre, Tadschikistan© Cornelia Suhan

Abdullahs Traum
Mein Traum ist es, hier in Deutschland zu bleiben. Familie zu haben, mit Kindern und allem, was dazu gehört. Ein ganz normales Leben, mit Ausbildung und Arbeit. Es ist sehr schwer zu lernen, wenn alles im Kopf durcheinander wirbelt. Immer denke ich: Wie lange kann ich hier noch bleiben? Was kann ich machen, um meine Chancen zu verbessern? Oft ist der Gedanke an meine Abschiebung da, immer ist da die Angst. Was soll ich in meiner Heimat machen, wenn ich dort keine Familie und Bekannte habe? Meine Eltern wurden 2002 aus politischen Gründen in Afghanistan umgebracht. Hier in Deutschland ist es ruhig, hier kann ich leben ohne Todesangst, hier gibt es zwischen den Menschen Respekt, Verständnis. Hier habe ich keine Probleme. In Tadschikistan ist die Demokratie nur eine Fassade. Regeln gelten nur für Arme; die Reichen halten sich nicht daran; sie machen, was sie wollen.

Cornelia Suhan
geb. 1956 in Duisburg, studierte Fotodesign an der Fachhochschule Dortmund und am San Francisco Art Institute in San Francisco/USA; lebt und arbeitet in Dortmund als Architektur- und Porträtfotografin.
Weiteres unter: www.suhan-fotografie.com.